Incendies – Denis Villeneuve

28 Mai

Ich hatte letzten Sommer die große Freude, in einer kleinen intimen Gesprächsrunde den kanadischen Regisseur Denis Villeneuve kennen zu lernen. Das Thema, welches wir behandelten, war Gewalt in Filmen. Denis erklärte uns, dass sein Film, der am selben Abend Weltpremiere hatte, in erster Linie von Gewalt handele.

Denis Villeneuve in Venedig. Foto von Thomas Smolders.

Was wir an dem Abend sahen, hat uns allen die Schuhe ausgezogen.

Incendies spielt in Montréal, Quebec, und einem fiktiven Land in dem ein Krieg herrschte. Anlehnungen an diverse Länder im Nahen Osten sind hier offensichtlich. Die Geschichte beginnt damit, dass zwei Geschwister bei der Öffnung des Testamentes ihrer Mutter erfahren, dass sie einen Bruder haben. Weiter fordert das Testament sie auf, ihren Bruder und ihren Vater zu finden – eine Reise, die die beiden an die Grenzen ihrer Kraft führt.

Der Film fesselte mich von der ersten Sekunde an. Das lag zum Teil auch an dem Song “You and whose army“, mit dem der Film begann, aber auch an der beeindruckenden Art und Weise, wie Villeneuve die Gefühle und Bilder einfängt.

Die Geschichte geht durch Zerstörung und Verwirrung, Hoffnung und Niederlage. Und das auf eine Art und Weise, die einen keine Sekunde loslässt.

Die Gewalt in dem Film kommt dabei ganz natürlich vor, und das auf eine Art und Weise, die es um ein vielfaches schlimmer macht, als übertriebene Gewalt. Die Story ist am Ende so verdreht und erfährt so viele Wendungen, dass man zum Schluss einfach nur noch verblüfft und schockiert ist.

Incendies ist ein wichtiger Film, ein Meisterwerk und ein Film, den man nicht so schnell vergisst.

Wir haben damals mit den 27 Jugend-Juroren entschieden, Incendies den Preis als besten Film der Giornate Degli Autori zu geben. Aber ehrlich gesagt: Es war der beste Film letzten Sommer beim Filmfestival in Venedig.

Die Sache mit dem digitalen HD

19 Feb

Hier ist was für die nächste Abendessen-Konversation mit euren Freunden: Zeigen Kinos die Filme in HD, wenn sie digital sind?

Die Antwort ist erst mal: Nein!

Heißt das also, dass alle Kinos in Luxemburg, inklusive der Newsletter vom Sura und so weiter euch einen Bären aufbinden?

Auch hier heißt die Antwort: Nein!

Moment mal – also die Kinos zeigen die Filme nicht in HD, aber sie lügen auch nicht wenn sie sagen, dass sie die Filme in HD zeigen? Das widerspricht sich. Und darum hier die Sache mit dem HD:

Die verschiedenen Fernsehauflösungen

Als Filme auf Film gefilmt wurden, war die Welt ganz einfach: wir haben eine lichtempfindliche Chemikalie auf einen Streifen Plastik geschmiert und haben das in eine Kamera eingespannt, gefilmt, entwickelt und fertig war der Film. Die Qualität des Bildes hing von nicht viel ab. Man hatte die Wahl zwischen verschiedenen Filmen, für’s Kino 16mm, 35mm, 70mm, dann waren da noch Filmempfindlichkeit und die einzelnen Marken. Das ging mit digital aber anders: Weil Informationen über ein Bild in Pixeln gespeichert wurden (das sind kleine Quadrate), müssen wir uns überlegen, wie viele Pixel wir für ein tolles Bild brauchen. Und wie viel unser Computer eigentlich aushält.

Bei Bildschirmen ist es heute weit verbreitet dass der Schirm in der Horizontalen 1280 Pixel darstellen kann und in der Vertikalen 1024 Pixel. Das war nicht immer so, früher waren es 800*600, dann 1024*768 und so weiter. Bei Fernsehern war es lange so, dass in der Horizontalen 576 Pixel dargestellt wurden. Und dann kam HD. HD unterscheidet zwei Auflösungen: 720 und 1080, manchmal auch noch HD Ready und Full HD genannt. 720 und 1080 stehen dabei für die maximal möglichen vertikalen Pixel, daraus kommen wir dann auf die Auflösungen 1280*720 Pixel für HDready, und 1920*1080 Pixel für Full HD. Welche bekommt ihr im Kino? Keine von beiden! Darum auch kein HD.

In Wirklichkeit bekommt ihr was besseres: 2K.

Ein 2K Projektor

2K steht für 2kilo, oder 2000, und gibt euch eine generelle Idee von der Breite des Bildes. Die Breite des Bildes hängt vom Bildformat ab (1.35:1, 2.35:1 und so weiter), meistens bekommt man damit aber eine Bildbreite von 2048 Pixeln – 128 Pixel mehr als bei HD. Meistens jedenfalls. 2K Projektoren sind der Standard für digitale Filme, auch wenn vielleicht irgendwann 4k sich durchsetzen wird. Darum werden alle “richtigen” digitalen Kinofilme in 2k gespielt, und nicht in HD. Sollte mal ein Film von Blu-Ray gespielt werden, wäre das natürlich HD.

Warum also nicht das Kind beim Namen nennen und Werbung machen mit 2K? Ganz einfach: Seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat die Fernsehindustrie einen riesigen Werbezirkus betrieben um Leute dazu zu bewegen, auf HD-Fernseher umzusteigen. Darum weiß mittlerweile jeder, dass HD ganz super tolle Bilder bringt. Als Kinomenschen hängen wir uns da einfach dran: Es ist einfacher und billiger zu sagen, wir zeigen die Filme in HD, wenn wir sie in Wirklichkeit sogar noch in einer bessereren Auflösung zeigen. Weil niemand weiß, was 2K ist – HD kennt jeder.

Neues im Sura

16 Jan

2011 werden wir 20 Jahre alt. Ist das nicht schön? Jedenfalls wette ich, dass ihr euch, wenn ihr einen runden Geburtstag feiert, rausputzt. Ein Kino ist auch etwas eitel, und darum putzen wir uns auch gerne raus. Bloß dafür reichen 20 Minuten im Badezimmer nicht aus, darum haben wir früher angefangen – 2010. Was haben wir alles am Sura gemacht?

Neuer Anstrich

Der Saal drinnen war 18 Jahre lang pink und blau. 18 Jahre gehen nicht spurlos an uns vorbei – darum haben wir angestrichen, und zwar dunkelblau. Erstens sieht dunkelblau super aus, zweitens ist es im Saal auch dunkler, so dass das Filmerlebnis noch intensiver und echter ist.

Neue Beleuchtung

An den Seiten des Kinos haben wir jetzt LED-Leisten anbringen lassen. Damit können wir das Kino bei Präsentationen zum Beispiel dunkel halten, aber trotzdem hell genug, damit keiner fällt. Ausserdem sieht es einfach klasse aus.

Beleuchtete Schaukästen

Unsere Schaukästen im Innenhof sind nun angestrahlt, damit man auch nachts sehen kann, was abends so im Sura läuft.

Neuer Flyer

Zusammen mit Lynn von GR-Ink gibt es jetzt jeden Monat einen bunten Kinoflyer: Mehr Informationen, mehr Bilder, mehr Wert für euch. Falls ihr keine Zeit habt, den Flyer zu holen, oder nicht in Echternach wohnt, wo er mit der Post zugestellt wird, könnt ihr den Flyer auch als PDF von der Startseite runterladen.

Teppiche im Saal

Wir wissen, dass unser Saal nicht ausreichend isoliert ist. Das ist ärgerlich, weil damit unnötig Heizöl durch den Kamin geht, und weil’s manchmal kalt wird. Darum haben wir im Winter Heizstrahler. Uusätzlich haben die hinteren Reihen jetzt Teppich bekommen. Damit isolieren wir die Böden, und ihr bekommt keine kalten Füße mehr.

Das Schild im Ausgang

Nur als Aufmerksamkeit wird jetzt jedem Besucher “Danke” gesagt, wenn er geht – weil ihr seit es, die unser Kino erst möglich machen. Und dafür habt ihr ein Danke verdient.

Was 2011 kommt …

2011 wird das Sura einen neuen Projektor bekommen. Wir werden endlich auch volle digitale Projektionen anbieten können. Das heißt für euch: Schnelleres und aktuelleres Programm, digitales Bild, die gewohnte Top-Sound-Qualität und so weiter. Natürlich trennen wir uns nicht von unserem 35mm-Projektor. Er ist das Herz des Sura, und eine wundervolle Maschine, die wir nie abgeben würden.

Angeschaut: Die Fremde von Feo Aladag

9 Dez

Die Fremde von Feo Aladag hat den LUX Filmpreis gewonnen. Das ist toll und freut mich ganz besonders. Ich hatte auf dem Filmfestival in Venedig die Chance, die drei Finalfilme für den LUX Filmpreis zu sehen. Alle waren ausgezeichnete Filme, aber Die Fremde war definitiv der Beste.

Wir zeigen die Fremde auch in unserem LUX Filmfestival. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Die Fremde ist die Geschichte von Umay, einer jungen Türkin. Gelangweilt, geschlagen und vernachlässigt von ihrem Ehemann bricht sie in’s liberale Deutschland auf, um dort mit ihrem Sohn bei ihrer Familie ein neues Leben aufzubauen. So weit, so gut.

Zu ihrem Schrecken stellt sie aber dort fest, dass ihre Familie in genau den gleichen patriarchischen Strukturen lebt und deshalb nicht akzeptiert, dass sie ihren Mann verlassen hat. Es folgt der Versuch sie umzustimmen, vergebens. Auch wenn Umay durch Fleiß, Ehrgeiz und Ehrlichkeit probiert, den Haussegen wieder herzustellen. Schließlich sieht die Familie ihre Ehre als zerstört an und berät, wie man diese wieder herstellen kann.

Feo Aladag hat mit Die Fremde angefangen, nachdem sie für Frauenrechtsorganisationen gearbeitet hat. Das Resultat ist ein aufgeklärter und informierter Film. Ein Film der es schafft, mit wenig Pathos zu bewegen. Was der Spiegel reißerisch als “Ehrenmord-Drama” bezeichnet ist viel mehr als das. Es ist eine Beobachtung komplexer Zustände ohne aber jemals eine Schuld zuzuweisen. Denn, und das macht dieser Film klar, es ist nicht alles schwarz und weiß.

Ich hatte die Chance mit Feo Aladag mittags im Garten unserer Villa noch etwas über den Film zu reden. Sie erzählte dabei, dass die Auswahl von Sibel Kekilli fast auf der Hand lag. Und das ist für den Film ein echter Glückstreffer – Sibel, die bekannt wurde durch “Gegen die Wand” trägt die Geschichte durch den ganzen Film durch. Aber auch die anderen Schauspieler an den deutschen und türkischen Originaldrehorten überzeugen auf ganzer Länge.

Die Fremde ist einer der besten Filme, die dieses Jahr aus Deutschland kamen. Wenig Pathos, wenig Verurteilung, dafür aber viel Detail und Aufmerksamkeit. Eigentlich sagt der Trailer alles.

Angeschaut: Somewhere

7 Dez

Hollywood-Star Johnny Marco (Stephen Dorff) führt ein Leben auf der Überholspur. Sein Alltag besteht neben Presseterminen und Fotoshootings vor allem aus wilden Parties, Alkohol und leicht bekleideten Frauen. Ein solcher Lebenswandel erlaubt nur wenig Zeit für die 11-jährige Cleo (Elle Fanning), seine Tochter aus gescheiterter Ehe. Doch als seine Ex-Frau für unbestimmte Zeit verreist, muss Johnny für einige Wochen auf Cleo aufpassen und nähert sich dem selbstständigen und intelligenten Mädchen langsam an.

Der Fokus von Somewhere liegt neben der Vater-Tochter-Beziehung auf dem Eintauchen der bescheidenen Cleo in die oberflächliche Scheinwelt Hollywoods. Die Darstellung dieser Glamourwelt ist bis ins Detail wunderbar gelungen. Die zelebrierte Oberflächlichkeit innerhalb des überwältigenden Protzes, die in der verrückten Reise nach Mailand zu einer italienischen Awardshow gipfelt, wirkt völlig grotesk und ist zugleich herrlich amüsant, nicht zuletzt dank clever platzierter Seitenhiebe.

Auch die Bilder wissen zu gefallen und überzeugen durch eine sehr ruhige Inszenierung. Die Kamera bleibt immer beobachtend und zurückhaltend. Kenner von Sophia Coppolas Werk fühlen sich hierbei, im positiven Sinn, unweigerlich an Lost in Translation erinnert. Die konsequente Darstellung dieser abgehobenen Gesellschaftssphäre nagt allerdings ab und an an den Nerven des Zuschauers und ist gleichzeitig die grösste Schwäche des Films. Die Figuren verbleiben nämlich ebenfalls sehr oberflächlich, menschliche Emotionen haben einen sehr schweren Stand. Passenderweise wird Cleos Gefühlsausbruch sofort vom scheinbar unantastbaren Johnny sofort im Ansatz erstickt. Als er schliesslich doch noch zur Selbsterkenntnis gelangt und seinen nutzlosen Lifestyle in Frage stellt, wirkt dies ein wenig aufgesetzt und eher wie ein halbgarer Versuch, dem Film doch noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. Was bleibt ist ein sehr unterhaltsamer und clever inszenierter Einblick in die Welt der Stars und Sternchen, der letztlich jedoch an seiner eigenen Oberflächlichkeit zu scheitern droht und deshalb nicht an die Qualität von Lost in Translation oder The Virgin Suicides anzuknüpfen vermag.

Filminfo

Land: USA, 2010

Regie: Sophia Coppola

Darsteller: Stephen Dorff, Elle Fanning, Chris Pontius

Wie kommt ein Film in’s Sura?

16 Nov

Wenn man momentan die Welt der Reichen und Schönen anschaut, sieht man öfters mal Bilder von Daniel Radcliffe oder Emma Watson wie sie am Set von Harry Potter rumturnen, Kameras so groß wie Kühlschränke auf Wagen fahren und Scheinwerfer heller als die Sonne den Platz ausleuchten. Ein Filmset ist ein logistisches Meisterwerk – und viele von euch haben das schon gesehen.

Wie die Filme in’s Sura kommen ist da aber eine ganz andere Geschichte. Der Film wird von einem Produzenten produziert. Er ist es, der den Regisseur, Kameramann, Schauspieler, später den Schnitt, die Effekte und so weiter koordiniert. Bei Harry Potter ist das Lionel Wigram mit seiner Mannschaft, und sie alle arbeiten für das Studio Warner Brothers. Der Produzent hat dann irgendwann den fertigen Film in der Hand. Den gibt er normalerweise dann weiter an den Distributor oder den Filmverleih.

Der Filmverleih ist eine Firma, die ganz viele Leute in ganz vielen Kinos kennt. Bei Harry Potter hat Warner Brothers auch eine Abteilung die den Verleih macht. Es ist aber nicht immer der Fall, dass der Produzent und der Verleih die gleiche Firma sind, und manchmal ist für jedes Land ein anderer Verleih zuständig. In Griechenland zum Beispiel macht Warner den Verleih nicht, sondern eine Firma namens Village Films. Wenn ein Kino einen Film zeigen will, dann ruft es bei dem entsprechenden Verleih an, und fragt nach, ob sie den Film frei haben. Das war früher oft gar nicht so einfach weil der Film auf Filmrollen kam, sogenannte Kopien, und eine Filmrolle ersten im Lager viel Platz braucht, zweitens teuer herzustellen ist. Darum kann es sein, dass ein Film nicht frei ist, und ein Kino erst warten muss, bis ein anderes Kino den Film zurück gibt. Das seht ihr in Luxemburg noch: Die kleinen Kinos wie in Grevenmacher, Echternach, Wiltz und so weiter haben einen Verein gegründet, in dem wir uns die Filme teilen. Wenn Wiltz Harry Potter hat, können wir den nicht spielen. Das wird mit der Digitaltechnik aber weniger schwierig. Hier kommen die Filme auf kleinen Festplatten, die weniger als hundert Euro kosten, und beliebig oft wiederbeschrieben werden können.

Im Sura wird die Bestellung von den Filmen von zwei Leuten gemacht. Der Verein der kleinen Kinos, die CDAC, bekommt Hilfe von unseren Freunden beim Utopolis. Das Utopolis hat super Kontakte zu den Verleihen und nimmt uns viel Arbeit ab. Trotzdem ist es unser Kino selbst, und meistens unser Präsident, der noch ein Wort mitredet in der Filmgestaltung und welchen Film wir wann bekommen.

Aufgrund alter Verträge (wirklich, wirklich alt) kommen die meisten Filme für Luxemburg aus Belgien. Das heisst Warner Belgien hat ein Lager mit, sagen wir 200 Kopien vom neuen Harry Potter. Dann sagt das Utopolis zum Beispiel: Wir möchten gerne drei Kopien, zwei Englische, eine Deutsche. Die werden dann aus Brüssel mit einem Boten geliefert. Bei besonders neuen Filmen kommt sogar manchmal ein Wachmann mit, damit keiner den Film vor der Premiere sehen kann. Der Film kommt auf mehreren Rollen, manchmal 6 oder 7 kleinen, oft aber auf zwei großen.

In Luxemburg Stadt behält das Utopolis ihre eigenen Kopien. Oft – weil es für sie einfacher ist – behalten sie die digitale Kopie und geben die 35mm Filmrollen an den Fahrer der CDAC weiter. Der fährt dann mit Harry Potter nach Echternach. Manchmal seht ihr Freitags einen kleinen Lieferwagen vor unserer Tür. Dann wisst ihr: die neuen Filme kommen. Der Verleih bringt uns auch Poster mit, Pappaufsteller, und manchmal andere Extras.

Im Sura wird der Film dann von den sechs kleinen oder zwei großen Rollen auf eine große Rolle aufgewickelt. Und schon hängt der Film im Sura und ist fertig um gezeigt zu werden. Donnerstags morgens bauen wir den Film dann wieder ab, und geben ihn an den Fahrer. Der bringt ihn dann weiter in ein anderes Kino oder wieder zurück ans Utopolis.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Bei kleinen Filmen, wie Ons Identitéit, hat der Produzent oft keinen Verleih. Er bringt seinen Film dann selber

35mm Film auf kleinen Filmrollen. Das Foto kommt von Flickr. Bitte klicken.

in’s Kino und zeigt ihn dort. Manchmal zeigen wir auch Filme, ohne dass das Utopolis uns hilft. Die LUX Preis Filme werden von den Produzenten oder den Verleihern direkt mit der Post oder der Spedition geliefert, weil sie nicht im regulären Programm erscheinen.

Ein anderes Problem für uns sind die Rechte. Nur weil ein Film existiert, heisst das leider noch nicht, dass er auch gezeigt werden darf. Die Produzenten verkaufen das Recht einen Film zu zeigen an einen Verleih. Oft ist das nur für 5 oder 10 Jahre der Fall. Darum ist es oft schwer alte Filme zu zeigen. Selbst wenn der Film existiert, darf ein Kino ihn dann nicht zeigen. Und leider wird oft bei alten Filmen Luxemburg vergessen. Die großen Verleiher vergessen dann manchmal, die Rechte neu zu vergeben. Dann liegen Filme in Belgien, die wir bestellen könnten, aber nicht zeigen dürften.

Manches von diesem Prozess wird einfacher und schneller, sobald die Digitaltechnik auch das Sura erreicht. Bis dahin geben wir uns Mühe, die Filme trotzdem so schnell wie möglich nach Echternach zu bringen. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt die einfach in die Kommentare.

Ons Identiteit – Interview

3 Nov

Am 13. November haben wir die Ehre, die Premiere des Films “Ons Identitéit” von Jacques Schiltz und Lars Schmitz. Natürlich ist eine Satire im Rechten Milleu ein heikles Thema, und darum haben wir uns mit Lars und Jacques getroffen, um mehr über den Film zu erfahren.

Bildwerferraum: Wie ist es zum Film gekommen? Gab es den Moment, in dem ihr wusstet, dieser Film müsse gemacht werden?

Jacques: Es ging uns einerseits darum, herauszufinden wie weit man ohne Budget kommt, und während dessem trotzdem eine junge, engagierte Mannschaft zu finden, die Spaß daran hat, an Filmen mitzuarbeiten. Gleichzeitig wollen wir uns mit dem Film an aktuellen Diskussionen beteiligen.

Bildwerferraum: Um was geht es in eurem Film?

Lars: Es geht um Nationalstolz, und was passiert, wenn man die Idee von einem “reinen” Luxemburg konsequent durchzieht. Es geht darum, wie sensibel Medien, die Politik, aber auch das Luxemburger Volk auf jeden noch so kleinen Skandal reagieren, und ein riesiges Drama daraus machen, anstatt sich auf wesentlichere Probleme zu konzentrieren. Worum ging es denn denen meisten, die gegen die Delokalisierung vom Dikircher Bier demonstriert haben? Wohl kaum um Arbeitsplätze, sondern einzig und allein darum, dass luxemburger Bier in Luxemburg bleiben muss.

Bildwerferraum: Euer Film wird auch im rechten Millieu heiß erwartet. Wie findet ihr das?

Lars: Wir haben diesen Film nicht gemacht, damit linkspolitische Menschen sich in ihrem Denken bestätigt fühlen, sondern um die Lächerlichkeit von rechtem Denken aufzudecken. Es ist also gut, wenn das rechte Millieu den Film sehen will, und wir sind gespannt auf die Reaktionen, wenn sie feststellen, dass es sich im Grunde ja nur um eine Satire handeln kann. Unser Film wird hoffentlich sein Publikum unabhängig von einer politischen Richtung finden.

Bildwerferraum: Wie fändet ihr das, wenn die Rechte sich durch den Film bestätigt fühlen würde?

Jacques: Wir sind ziemlich überzeugt davon, dass das nicht passieren kann. Unsere Position wird im Film unverständlich klar. So klar, dass wir ohne Sorgen den Film für sich selber reden lassen können.

Bildwerferraum: Was passiert nach der Filmpremiere?

Lars: Dieser Film soll zur Diskussion über eine nationale Identität beitragen, und wir möchten den Film für alle betroffenen zugängig machen. Wir setzen den Film also in’s Internet, nicht nur auf Luxemburgisch, sondern auch mit französischen und deutschen Untertiteln.

Weitere Infos auf http://onsidentiteit.wordpress.com/

Der Kinoherbst

26 Sep

Also, wenn ich mir das so ansehe…

Ich hatte die große Ehre auf dem Filmfestival in Venedig zu sein, und dort in einer Jury zu sitzen. Das ganze wurde hier festgehalten. Aber mal davon abgesehen: Wenn wir alles ins Kino bekommen, was Venedig so zu bieten hatte, und wenn dann noch dazu kommt, was dazu kommt, dann wird der Kinoherbst und Kinowinter eine richtig gute Sache. Jetzt schon mal besser Taschengeld sparen. Natürlich wissen wir jetzt noch nicht, was ins Sura kommt, aber wir werden uns Mühe geben, die Bonbons für euch zu bekommen.

Im Oktober kommt The Social Network ins Kino. Der Film handelt von der Geschichte Mark Zuckerbergs, dem Erfinder von Facebook und dem jüngsten Milliardär der Welt. Zuckerberg kommt dabei nicht wirklich gut weg, denn der Film weist darauf hin, dass er zwar vielleicht ein genialer Programmierer ist, aber auch ein unbarmherziger Egoman. Der Trailer ist auch große Klasse. Noch immer nicht überzeugt? Na gut: David Fincher ist der Regisseur.

Absolut verstörend, wie sollte es anders sein, ist Darren Aronofskys neuer Film Black Swan. Was als weibliches Gegenstück zu The Wrestler gesehen werden soll entpuppt sich als meisterhaftes Psychodrama um 2 Ballerinas die Konkurrenten sind, aber trotzdem eine eigenwillige Freundschaft pflegen. Der Film wird erst im Februar in die Kinos kommen, darum nutzt die Zeit um einen Mutigen zu finden, der mit euch ins Kino geht.

Ob Feo Aladags Film Die Fremde ins Sura kommt liegt nicht in unserer Hand. Er ist einer der drei Finalisten im Lux Preis, dem Filmpreis der Europäischen Union. Ein packendes Drama über eine Türkin in Deutschland, und ihre Position in archaischen Familienverhältnissen. Absolut Empfehlenswert. Seht euch mal den Trailer an.

Außerdem im Winter wieder zurück: Der Filmkunstfilm der Woche und die Frühstücksmatinée.

Ons Identitéit

25 Sep

Eine Satire über Patriotismus, Politik oder Nationalgefühl. Von unseren Freunden Lars und Jacques, die dieses Jahr beim Clipstar gewonnen haben.

Film des Tages: Sex and the City2

21 Aug

in deutscher Sprache

Carrie und ihre Freundinnen reisen zum Klamotten-Tragen nach Abu Dhabi.

Wo: Echternacher See, fesche Fischerinsel
Einlass: 20.05 Uhr
Anfang: 21.00 Uhr

Stellen Sie sich rechtzeitig an, es könnte heute ausverkauft sein!