Film des Tages: The Men who Stare at Goats

16 Aug

Bob Wilton (Ewan McGregor), genervt über seine langweilige journalistische Arbeit beim lokalen Käseblatt und frustriert wegen der Trennung von seiner Frau, bricht Hals über Kopf in den Irak auf um seine Exfrau zu beeindrucken und seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Aber bevor er das Kriegsgebiet erreichen kann, begegnet ihm Lyn Cassady (George Clooney).

Dieser erzählt ihm von seiner Spezialeinheit, eine Gruppe von Hippie-Kriegern, die ihre parapsychologischen Fähigkeiten trainieren um damit den Krieg zu beenden. Bob, zunächst sehr misstrauisch, entscheidet sich, Cassady auf einem geheimen Auftrag zu begleiten, weil er eine Gelegenheit wittert eine spektakuläre Enthüllungsstory zu schreiben. Was folgt ist eine sehr seltsame Odyssee durch die irakische Wüste.

Der Film hat seine skurrilen Momente. Wenn man in Rückblenden von den unkonventionellen Trainingsmethoden des Einheitsleiters, Bill Django (Jeff Bridges – I love you!!!) erfährt, welcher gerne mal Blumen an die jungen Rekruten verteilt und die “Novizen” in Trance durch die Kaserne tanzen lässt, oder wenn Cassady versucht seine tollen paranormalen Fähigkeiten vorzuführen und nachher doch irgendwie alles schief geht.

Trotzdem bleibt am Ende die Frage: “Was ist das eigentlich für ein Film und was will er uns sagen? Was hiervon ist eigentlich ernsthafte Kritik am kriegstreibenden Amerika und was ist nur sinnloser Slapstick? Hier handelt es sich weder um einen klassischen Anti-Kriegsfilm, noch um eine richtige Komödie und schon gar nicht um einen Enthüllungsthriller. Deswegen habe ich mich entschieden den Streifen als Ode an die Sinnlosigkeit zu deklarieren. Das ist heutzutage modern, lässt die intellektuelle Leserschaft hinhören und gibt viel Raum für Interpretation.

Zum Beispiel: Wenn Wilton und Cassady in einer greenhornartigen Aktion versuchen einem entführten Einheimischen das Leben zu retten und sich danach alle gegenseitig für ihre rücksichtslosen und gewalttätigen Landsmänner entschuldigen, gilt der Krieg als eine lose Verkettung von Zwischenfällen in dem es kein reines Gut und Böse gibt und niemand verstanden hat, worum es eigentlich geht.

Man kann den Film auch als eine Parodie auf Antikriegsfilme sehen. Als ein Statement dafür, dass niemand, der sich mit dem Thema Irakkrieg, in welcher Form auch immer, intensiv beschäftigt, wirklich begriffen hat wie sinnlos der Krieg, das Leben eigentlich sind.

Ja! Wir alle sind nur kleine Staubkörner, die ziellos und durchs Universum treiben. Niemand weiß wo wir herkamen und wo wir hingehen.

Und wenn man sich den Film mit diesem Gedanken im Hinterkopf  anschaut – dann macht alles plötzlich einen Sinn. Vielleicht…

Wo: Echternacher See, Fischerinsel
Zum Ziegenstarren werden Sie um 20.00 Uhr hereingelassen.
Los gehts gegen 21.00 Uhr oder bei Sonnenuntergang.

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