Incendies – Denis Villeneuve
28 Mai
Ich hatte letzten Sommer die große Freude, in einer kleinen intimen Gesprächsrunde den kanadischen Regisseur Denis Villeneuve kennen zu lernen. Das Thema, welches wir behandelten, war Gewalt in Filmen. Denis erklärte uns, dass sein Film, der am selben Abend Weltpremiere hatte, in erster Linie von Gewalt handele.
Was wir an dem Abend sahen, hat uns allen die Schuhe ausgezogen.
Incendies spielt in Montréal, Quebec, und einem fiktiven Land in dem ein Krieg herrschte. Anlehnungen an diverse Länder im Nahen Osten sind hier offensichtlich. Die Geschichte beginnt damit, dass zwei Geschwister bei der Öffnung des Testamentes ihrer Mutter erfahren, dass sie einen Bruder haben. Weiter fordert das Testament sie auf, ihren Bruder und ihren Vater zu finden – eine Reise, die die beiden an die Grenzen ihrer Kraft führt.
Der Film fesselte mich von der ersten Sekunde an. Das lag zum Teil auch an dem Song “You and whose army“, mit dem der Film begann, aber auch an der beeindruckenden Art und Weise, wie Villeneuve die Gefühle und Bilder einfängt.
Die Geschichte geht durch Zerstörung und Verwirrung, Hoffnung und Niederlage. Und das auf eine Art und Weise, die einen keine Sekunde loslässt.
Die Gewalt in dem Film kommt dabei ganz natürlich vor, und das auf eine Art und Weise, die es um ein vielfaches schlimmer macht, als übertriebene Gewalt. Die Story ist am Ende so verdreht und erfährt so viele Wendungen, dass man zum Schluss einfach nur noch verblüfft und schockiert ist.
Incendies ist ein wichtiger Film, ein Meisterwerk und ein Film, den man nicht so schnell vergisst.
Wir haben damals mit den 27 Jugend-Juroren entschieden, Incendies den Preis als besten Film der Giornate Degli Autori zu geben. Aber ehrlich gesagt: Es war der beste Film letzten Sommer beim Filmfestival in Venedig.


Ich komme gerade aus dem Cine Sura, meinem ganz persönlichem und, leider, fast privatem Cinema Paradiso, und bin sprachlos. Es gibt nicht viele Meisterwerke, doch ‘Incendies’ ist solch ein Meisterwerk.