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Die Sache mit dem digitalen HD

19 Feb

Hier ist was für die nächste Abendessen-Konversation mit euren Freunden: Zeigen Kinos die Filme in HD, wenn sie digital sind?

Die Antwort ist erst mal: Nein!

Heißt das also, dass alle Kinos in Luxemburg, inklusive der Newsletter vom Sura und so weiter euch einen Bären aufbinden?

Auch hier heißt die Antwort: Nein!

Moment mal – also die Kinos zeigen die Filme nicht in HD, aber sie lügen auch nicht wenn sie sagen, dass sie die Filme in HD zeigen? Das widerspricht sich. Und darum hier die Sache mit dem HD:

Die verschiedenen Fernsehauflösungen

Als Filme auf Film gefilmt wurden, war die Welt ganz einfach: wir haben eine lichtempfindliche Chemikalie auf einen Streifen Plastik geschmiert und haben das in eine Kamera eingespannt, gefilmt, entwickelt und fertig war der Film. Die Qualität des Bildes hing von nicht viel ab. Man hatte die Wahl zwischen verschiedenen Filmen, für’s Kino 16mm, 35mm, 70mm, dann waren da noch Filmempfindlichkeit und die einzelnen Marken. Das ging mit digital aber anders: Weil Informationen über ein Bild in Pixeln gespeichert wurden (das sind kleine Quadrate), müssen wir uns überlegen, wie viele Pixel wir für ein tolles Bild brauchen. Und wie viel unser Computer eigentlich aushält.

Bei Bildschirmen ist es heute weit verbreitet dass der Schirm in der Horizontalen 1280 Pixel darstellen kann und in der Vertikalen 1024 Pixel. Das war nicht immer so, früher waren es 800*600, dann 1024*768 und so weiter. Bei Fernsehern war es lange so, dass in der Horizontalen 576 Pixel dargestellt wurden. Und dann kam HD. HD unterscheidet zwei Auflösungen: 720 und 1080, manchmal auch noch HD Ready und Full HD genannt. 720 und 1080 stehen dabei für die maximal möglichen vertikalen Pixel, daraus kommen wir dann auf die Auflösungen 1280*720 Pixel für HDready, und 1920*1080 Pixel für Full HD. Welche bekommt ihr im Kino? Keine von beiden! Darum auch kein HD.

In Wirklichkeit bekommt ihr was besseres: 2K.

Ein 2K Projektor

2K steht für 2kilo, oder 2000, und gibt euch eine generelle Idee von der Breite des Bildes. Die Breite des Bildes hängt vom Bildformat ab (1.35:1, 2.35:1 und so weiter), meistens bekommt man damit aber eine Bildbreite von 2048 Pixeln – 128 Pixel mehr als bei HD. Meistens jedenfalls. 2K Projektoren sind der Standard für digitale Filme, auch wenn vielleicht irgendwann 4k sich durchsetzen wird. Darum werden alle “richtigen” digitalen Kinofilme in 2k gespielt, und nicht in HD. Sollte mal ein Film von Blu-Ray gespielt werden, wäre das natürlich HD.

Warum also nicht das Kind beim Namen nennen und Werbung machen mit 2K? Ganz einfach: Seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat die Fernsehindustrie einen riesigen Werbezirkus betrieben um Leute dazu zu bewegen, auf HD-Fernseher umzusteigen. Darum weiß mittlerweile jeder, dass HD ganz super tolle Bilder bringt. Als Kinomenschen hängen wir uns da einfach dran: Es ist einfacher und billiger zu sagen, wir zeigen die Filme in HD, wenn wir sie in Wirklichkeit sogar noch in einer bessereren Auflösung zeigen. Weil niemand weiß, was 2K ist – HD kennt jeder.

Neues im Sura

16 Jan

2011 werden wir 20 Jahre alt. Ist das nicht schön? Jedenfalls wette ich, dass ihr euch, wenn ihr einen runden Geburtstag feiert, rausputzt. Ein Kino ist auch etwas eitel, und darum putzen wir uns auch gerne raus. Bloß dafür reichen 20 Minuten im Badezimmer nicht aus, darum haben wir früher angefangen – 2010. Was haben wir alles am Sura gemacht?

Neuer Anstrich

Der Saal drinnen war 18 Jahre lang pink und blau. 18 Jahre gehen nicht spurlos an uns vorbei – darum haben wir angestrichen, und zwar dunkelblau. Erstens sieht dunkelblau super aus, zweitens ist es im Saal auch dunkler, so dass das Filmerlebnis noch intensiver und echter ist.

Neue Beleuchtung

An den Seiten des Kinos haben wir jetzt LED-Leisten anbringen lassen. Damit können wir das Kino bei Präsentationen zum Beispiel dunkel halten, aber trotzdem hell genug, damit keiner fällt. Ausserdem sieht es einfach klasse aus.

Beleuchtete Schaukästen

Unsere Schaukästen im Innenhof sind nun angestrahlt, damit man auch nachts sehen kann, was abends so im Sura läuft.

Neuer Flyer

Zusammen mit Lynn von GR-Ink gibt es jetzt jeden Monat einen bunten Kinoflyer: Mehr Informationen, mehr Bilder, mehr Wert für euch. Falls ihr keine Zeit habt, den Flyer zu holen, oder nicht in Echternach wohnt, wo er mit der Post zugestellt wird, könnt ihr den Flyer auch als PDF von der Startseite runterladen.

Teppiche im Saal

Wir wissen, dass unser Saal nicht ausreichend isoliert ist. Das ist ärgerlich, weil damit unnötig Heizöl durch den Kamin geht, und weil’s manchmal kalt wird. Darum haben wir im Winter Heizstrahler. Uusätzlich haben die hinteren Reihen jetzt Teppich bekommen. Damit isolieren wir die Böden, und ihr bekommt keine kalten Füße mehr.

Das Schild im Ausgang

Nur als Aufmerksamkeit wird jetzt jedem Besucher “Danke” gesagt, wenn er geht – weil ihr seit es, die unser Kino erst möglich machen. Und dafür habt ihr ein Danke verdient.

Was 2011 kommt …

2011 wird das Sura einen neuen Projektor bekommen. Wir werden endlich auch volle digitale Projektionen anbieten können. Das heißt für euch: Schnelleres und aktuelleres Programm, digitales Bild, die gewohnte Top-Sound-Qualität und so weiter. Natürlich trennen wir uns nicht von unserem 35mm-Projektor. Er ist das Herz des Sura, und eine wundervolle Maschine, die wir nie abgeben würden.

Angeschaut: Die Fremde von Feo Aladag

9 Dez

Die Fremde von Feo Aladag hat den LUX Filmpreis gewonnen. Das ist toll und freut mich ganz besonders. Ich hatte auf dem Filmfestival in Venedig die Chance, die drei Finalfilme für den LUX Filmpreis zu sehen. Alle waren ausgezeichnete Filme, aber Die Fremde war definitiv der Beste.

Wir zeigen die Fremde auch in unserem LUX Filmfestival. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Die Fremde ist die Geschichte von Umay, einer jungen Türkin. Gelangweilt, geschlagen und vernachlässigt von ihrem Ehemann bricht sie in’s liberale Deutschland auf, um dort mit ihrem Sohn bei ihrer Familie ein neues Leben aufzubauen. So weit, so gut.

Zu ihrem Schrecken stellt sie aber dort fest, dass ihre Familie in genau den gleichen patriarchischen Strukturen lebt und deshalb nicht akzeptiert, dass sie ihren Mann verlassen hat. Es folgt der Versuch sie umzustimmen, vergebens. Auch wenn Umay durch Fleiß, Ehrgeiz und Ehrlichkeit probiert, den Haussegen wieder herzustellen. Schließlich sieht die Familie ihre Ehre als zerstört an und berät, wie man diese wieder herstellen kann.

Feo Aladag hat mit Die Fremde angefangen, nachdem sie für Frauenrechtsorganisationen gearbeitet hat. Das Resultat ist ein aufgeklärter und informierter Film. Ein Film der es schafft, mit wenig Pathos zu bewegen. Was der Spiegel reißerisch als “Ehrenmord-Drama” bezeichnet ist viel mehr als das. Es ist eine Beobachtung komplexer Zustände ohne aber jemals eine Schuld zuzuweisen. Denn, und das macht dieser Film klar, es ist nicht alles schwarz und weiß.

Ich hatte die Chance mit Feo Aladag mittags im Garten unserer Villa noch etwas über den Film zu reden. Sie erzählte dabei, dass die Auswahl von Sibel Kekilli fast auf der Hand lag. Und das ist für den Film ein echter Glückstreffer – Sibel, die bekannt wurde durch “Gegen die Wand” trägt die Geschichte durch den ganzen Film durch. Aber auch die anderen Schauspieler an den deutschen und türkischen Originaldrehorten überzeugen auf ganzer Länge.

Die Fremde ist einer der besten Filme, die dieses Jahr aus Deutschland kamen. Wenig Pathos, wenig Verurteilung, dafür aber viel Detail und Aufmerksamkeit. Eigentlich sagt der Trailer alles.

Wie kommt ein Film in’s Sura?

16 Nov

Wenn man momentan die Welt der Reichen und Schönen anschaut, sieht man öfters mal Bilder von Daniel Radcliffe oder Emma Watson wie sie am Set von Harry Potter rumturnen, Kameras so groß wie Kühlschränke auf Wagen fahren und Scheinwerfer heller als die Sonne den Platz ausleuchten. Ein Filmset ist ein logistisches Meisterwerk – und viele von euch haben das schon gesehen.

Wie die Filme in’s Sura kommen ist da aber eine ganz andere Geschichte. Der Film wird von einem Produzenten produziert. Er ist es, der den Regisseur, Kameramann, Schauspieler, später den Schnitt, die Effekte und so weiter koordiniert. Bei Harry Potter ist das Lionel Wigram mit seiner Mannschaft, und sie alle arbeiten für das Studio Warner Brothers. Der Produzent hat dann irgendwann den fertigen Film in der Hand. Den gibt er normalerweise dann weiter an den Distributor oder den Filmverleih.

Der Filmverleih ist eine Firma, die ganz viele Leute in ganz vielen Kinos kennt. Bei Harry Potter hat Warner Brothers auch eine Abteilung die den Verleih macht. Es ist aber nicht immer der Fall, dass der Produzent und der Verleih die gleiche Firma sind, und manchmal ist für jedes Land ein anderer Verleih zuständig. In Griechenland zum Beispiel macht Warner den Verleih nicht, sondern eine Firma namens Village Films. Wenn ein Kino einen Film zeigen will, dann ruft es bei dem entsprechenden Verleih an, und fragt nach, ob sie den Film frei haben. Das war früher oft gar nicht so einfach weil der Film auf Filmrollen kam, sogenannte Kopien, und eine Filmrolle ersten im Lager viel Platz braucht, zweitens teuer herzustellen ist. Darum kann es sein, dass ein Film nicht frei ist, und ein Kino erst warten muss, bis ein anderes Kino den Film zurück gibt. Das seht ihr in Luxemburg noch: Die kleinen Kinos wie in Grevenmacher, Echternach, Wiltz und so weiter haben einen Verein gegründet, in dem wir uns die Filme teilen. Wenn Wiltz Harry Potter hat, können wir den nicht spielen. Das wird mit der Digitaltechnik aber weniger schwierig. Hier kommen die Filme auf kleinen Festplatten, die weniger als hundert Euro kosten, und beliebig oft wiederbeschrieben werden können.

Im Sura wird die Bestellung von den Filmen von zwei Leuten gemacht. Der Verein der kleinen Kinos, die CDAC, bekommt Hilfe von unseren Freunden beim Utopolis. Das Utopolis hat super Kontakte zu den Verleihen und nimmt uns viel Arbeit ab. Trotzdem ist es unser Kino selbst, und meistens unser Präsident, der noch ein Wort mitredet in der Filmgestaltung und welchen Film wir wann bekommen.

Aufgrund alter Verträge (wirklich, wirklich alt) kommen die meisten Filme für Luxemburg aus Belgien. Das heisst Warner Belgien hat ein Lager mit, sagen wir 200 Kopien vom neuen Harry Potter. Dann sagt das Utopolis zum Beispiel: Wir möchten gerne drei Kopien, zwei Englische, eine Deutsche. Die werden dann aus Brüssel mit einem Boten geliefert. Bei besonders neuen Filmen kommt sogar manchmal ein Wachmann mit, damit keiner den Film vor der Premiere sehen kann. Der Film kommt auf mehreren Rollen, manchmal 6 oder 7 kleinen, oft aber auf zwei großen.

In Luxemburg Stadt behält das Utopolis ihre eigenen Kopien. Oft – weil es für sie einfacher ist – behalten sie die digitale Kopie und geben die 35mm Filmrollen an den Fahrer der CDAC weiter. Der fährt dann mit Harry Potter nach Echternach. Manchmal seht ihr Freitags einen kleinen Lieferwagen vor unserer Tür. Dann wisst ihr: die neuen Filme kommen. Der Verleih bringt uns auch Poster mit, Pappaufsteller, und manchmal andere Extras.

Im Sura wird der Film dann von den sechs kleinen oder zwei großen Rollen auf eine große Rolle aufgewickelt. Und schon hängt der Film im Sura und ist fertig um gezeigt zu werden. Donnerstags morgens bauen wir den Film dann wieder ab, und geben ihn an den Fahrer. Der bringt ihn dann weiter in ein anderes Kino oder wieder zurück ans Utopolis.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Bei kleinen Filmen, wie Ons Identitéit, hat der Produzent oft keinen Verleih. Er bringt seinen Film dann selber

35mm Film auf kleinen Filmrollen. Das Foto kommt von Flickr. Bitte klicken.

in’s Kino und zeigt ihn dort. Manchmal zeigen wir auch Filme, ohne dass das Utopolis uns hilft. Die LUX Preis Filme werden von den Produzenten oder den Verleihern direkt mit der Post oder der Spedition geliefert, weil sie nicht im regulären Programm erscheinen.

Ein anderes Problem für uns sind die Rechte. Nur weil ein Film existiert, heisst das leider noch nicht, dass er auch gezeigt werden darf. Die Produzenten verkaufen das Recht einen Film zu zeigen an einen Verleih. Oft ist das nur für 5 oder 10 Jahre der Fall. Darum ist es oft schwer alte Filme zu zeigen. Selbst wenn der Film existiert, darf ein Kino ihn dann nicht zeigen. Und leider wird oft bei alten Filmen Luxemburg vergessen. Die großen Verleiher vergessen dann manchmal, die Rechte neu zu vergeben. Dann liegen Filme in Belgien, die wir bestellen könnten, aber nicht zeigen dürften.

Manches von diesem Prozess wird einfacher und schneller, sobald die Digitaltechnik auch das Sura erreicht. Bis dahin geben wir uns Mühe, die Filme trotzdem so schnell wie möglich nach Echternach zu bringen. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt die einfach in die Kommentare.

Ons Identiteit – Interview

3 Nov

Am 13. November haben wir die Ehre, die Premiere des Films “Ons Identitéit” von Jacques Schiltz und Lars Schmitz. Natürlich ist eine Satire im Rechten Milleu ein heikles Thema, und darum haben wir uns mit Lars und Jacques getroffen, um mehr über den Film zu erfahren.

Bildwerferraum: Wie ist es zum Film gekommen? Gab es den Moment, in dem ihr wusstet, dieser Film müsse gemacht werden?

Jacques: Es ging uns einerseits darum, herauszufinden wie weit man ohne Budget kommt, und während dessem trotzdem eine junge, engagierte Mannschaft zu finden, die Spaß daran hat, an Filmen mitzuarbeiten. Gleichzeitig wollen wir uns mit dem Film an aktuellen Diskussionen beteiligen.

Bildwerferraum: Um was geht es in eurem Film?

Lars: Es geht um Nationalstolz, und was passiert, wenn man die Idee von einem “reinen” Luxemburg konsequent durchzieht. Es geht darum, wie sensibel Medien, die Politik, aber auch das Luxemburger Volk auf jeden noch so kleinen Skandal reagieren, und ein riesiges Drama daraus machen, anstatt sich auf wesentlichere Probleme zu konzentrieren. Worum ging es denn denen meisten, die gegen die Delokalisierung vom Dikircher Bier demonstriert haben? Wohl kaum um Arbeitsplätze, sondern einzig und allein darum, dass luxemburger Bier in Luxemburg bleiben muss.

Bildwerferraum: Euer Film wird auch im rechten Millieu heiß erwartet. Wie findet ihr das?

Lars: Wir haben diesen Film nicht gemacht, damit linkspolitische Menschen sich in ihrem Denken bestätigt fühlen, sondern um die Lächerlichkeit von rechtem Denken aufzudecken. Es ist also gut, wenn das rechte Millieu den Film sehen will, und wir sind gespannt auf die Reaktionen, wenn sie feststellen, dass es sich im Grunde ja nur um eine Satire handeln kann. Unser Film wird hoffentlich sein Publikum unabhängig von einer politischen Richtung finden.

Bildwerferraum: Wie fändet ihr das, wenn die Rechte sich durch den Film bestätigt fühlen würde?

Jacques: Wir sind ziemlich überzeugt davon, dass das nicht passieren kann. Unsere Position wird im Film unverständlich klar. So klar, dass wir ohne Sorgen den Film für sich selber reden lassen können.

Bildwerferraum: Was passiert nach der Filmpremiere?

Lars: Dieser Film soll zur Diskussion über eine nationale Identität beitragen, und wir möchten den Film für alle betroffenen zugängig machen. Wir setzen den Film also in’s Internet, nicht nur auf Luxemburgisch, sondern auch mit französischen und deutschen Untertiteln.

Weitere Infos auf http://onsidentiteit.wordpress.com/

Der Kinoherbst

26 Sep

Also, wenn ich mir das so ansehe…

Ich hatte die große Ehre auf dem Filmfestival in Venedig zu sein, und dort in einer Jury zu sitzen. Das ganze wurde hier festgehalten. Aber mal davon abgesehen: Wenn wir alles ins Kino bekommen, was Venedig so zu bieten hatte, und wenn dann noch dazu kommt, was dazu kommt, dann wird der Kinoherbst und Kinowinter eine richtig gute Sache. Jetzt schon mal besser Taschengeld sparen. Natürlich wissen wir jetzt noch nicht, was ins Sura kommt, aber wir werden uns Mühe geben, die Bonbons für euch zu bekommen.

Im Oktober kommt The Social Network ins Kino. Der Film handelt von der Geschichte Mark Zuckerbergs, dem Erfinder von Facebook und dem jüngsten Milliardär der Welt. Zuckerberg kommt dabei nicht wirklich gut weg, denn der Film weist darauf hin, dass er zwar vielleicht ein genialer Programmierer ist, aber auch ein unbarmherziger Egoman. Der Trailer ist auch große Klasse. Noch immer nicht überzeugt? Na gut: David Fincher ist der Regisseur.

Absolut verstörend, wie sollte es anders sein, ist Darren Aronofskys neuer Film Black Swan. Was als weibliches Gegenstück zu The Wrestler gesehen werden soll entpuppt sich als meisterhaftes Psychodrama um 2 Ballerinas die Konkurrenten sind, aber trotzdem eine eigenwillige Freundschaft pflegen. Der Film wird erst im Februar in die Kinos kommen, darum nutzt die Zeit um einen Mutigen zu finden, der mit euch ins Kino geht.

Ob Feo Aladags Film Die Fremde ins Sura kommt liegt nicht in unserer Hand. Er ist einer der drei Finalisten im Lux Preis, dem Filmpreis der Europäischen Union. Ein packendes Drama über eine Türkin in Deutschland, und ihre Position in archaischen Familienverhältnissen. Absolut Empfehlenswert. Seht euch mal den Trailer an.

Außerdem im Winter wieder zurück: Der Filmkunstfilm der Woche und die Frühstücksmatinée.

Film der Woche: Bounty Hunter (und wie man bei einem Filmfestival mitmachen kann)

10 Jun

Der Film der Woche ist Bounty Hunter. Wir haben zwar auch noch Nanny McPhee, aber ich hab beide nicht gesehn. Darum erzähl ich euch nicht viel darüber, sondern über was anderes:

Macht mal was anderes und helft freiwillig bei einem Filmfestival. Das hat gleich ein paar Vorteile. Erstens bekommt man meistens ein tolles T-Shirt. Dann kann man was auf seinen Lebenslauf schreiben. Dann lernt man tolle Leute kennen. Und schlussendlich sieht man Filme.

Wie macht man das? Zuerst müsst ihr ein Filmfestival finden. In Luxemburg ist das natürlich das Sura Open Air Kino. In England gibt es zum Beispiel das Doc/Fest in Sheffield, in Schottland das Edinburgh International Film Festival, in Toronto das Toronto International Film Festival und so weiter.

Dort müsst ihr dann auf der Internetseite nach Plätzen für Freiwillige suchen. Oft muss man ein Formular ausfüllen und mit ein bisschen Glück ist man drin. Auf welchen Festivals arbeitet ihr so?

PS – Auf Beutejagdt gehen wir auch noch. Bounty Hunter läuft:

Am Freitag, dem 11. Juni 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 13. Juni 2010 um 20:00
Am Montag, dem 14. Juni 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 15. Juni 2010 um 20:00

Die Nanny ist da:

Am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 16:00
Am Sonntag
, dem 13. Juni 2010 um 16:00

Film der Woche: Iron Man 2

20 Mai

Jon Favreau, dieses unermüdliche Multitalent. Angefangen als Schauspieler, dann Regisseur, Produzent und sogar Ukulele kann er spielen. Sein neuester Film ist Iron Man 2, und er spielt sogar drin mit.

Nachdem nun die ganze Welt weiß, das Tony Stark Iron Man ist, möchte natürlich die ganze Welt, vor allem Millitärs, an seiner Erfindung teilhaben. Das dass nicht so reibungslos klappt, kann man sich denken, und so geht es in Iron Man 2 darum, sich gegen alle möglichen Parteien zu wehren.

Weil ich euch nicht zu viel vom Film erzählen will, erzähl ich euch lieber nutzlose Randinformationen:

  • Al Pacino wurde für eine Nebenrolle angedacht
  • Der Drehbuchautor ist Justin Theroux, Cousin meines Lieblingsdokumentarfilmers Louis Theroux
  • Scarlett Johannson wollte die Rolle im Film so sehr, dass sie ihre Haare rot färbte, bevor sie überhaupt die Rolle bekam
  • Weil der Regisseur Angst hatte, dass bei IMAX-Bildqualität die Effekte nicht gut wirken würden, wurde “nur” auf 35mm-Film gedreht
  • Scarlett Johannsson ersetzt Emily Blunt. Im Gespräch waren aber auch Jessica Biel, Gemma Arterton, Natalie Portman, Jessica Alba und Angelina Jolie
  • Zwei Rolls Royce Phantom wurden für den Film gebaut, nur um darin zerstört zu werden.

So, und jetzt los. Ab in’s Kino.

Eiserne Männer gibt es:

Am Freitag, dem 21. Mai 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 22. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 23. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 24. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 25. Mai 2010 um 20:00

Und Clipstar Einsendeschluss ist morgen!

Fremdgehen (I)

11 Mai

Fremdgehen ist kein Kavaliersakt. Trotzdem braucht man manchmal einen Tapetenwechsel, und dann findet man sich auf einmal anderswo wieder. In einem anderen Kino, versteht sich. Wenn man Freitags im Sura war, ist es verständlich genug, dass man Samstags nicht noch einmal geht, und darum möchten wir euch ein paar andere Kinos zeigen, bei denen wir euch verzeihen würden, euch ab und zu mal dort zu treffen. Denn auch wir sind nicht immer nur im Sura.

Ancien Cinema, Vianden

Okay, das alte Kino ist nicht wirklich ein Kino, sondern eher ein Café. Am Ort wo bis in den 70er Jahren das Café Besseling war, hat der polnische Inhaber zusammen mit seiner Frau sich einen kleinen Traum erfüllt. Irgendwo zwischen Kino, Konzertraum, Bar, Leseecke und Café findet man das alte Kino. Abends werden oft Filme gezeigt. Ein besonderer Fokus liegt hier auf alten Filmen und Stummfilmen, als Gast ist man aber auch herzlich dazu eingeladen, seine eigene DVD mitzubringen und zu zeigen. Die Möbel aus den 50ern und 60ern sorgen dabei für eine richtig wohlige Atmosphäre, und für die, die einen Film am liebsten stilecht kucken, gibt es hölzerne Kinositze, wie damals.

Davon abgesehen bietet das Ancien Cinéma eine schier endlose Getränkekarte mit außergewöhnlich guten heißen Schokoladen, seltenen Schnäpsen und allerhand zum entdecken. Und als ob das noch nicht genug wäre, gibt es auch noch jeden Tag frischen, hausgemachten Kuchen. Die riesige Büchersammlung zum Thema Film läßt dabei schnell die eine oder andere Stunde vergehen.

Gründe warum das Sura trotzdem euer Lieblingskino bleibt: richtige 35mm-Projektion und gemütliche Kinositze findet man hier leider nicht.

Lucky’s Luke, Trier

Früher mochte ich es noch lieber. Die Luke ist eine kleine Bar in der Luxemburger Straße in Trier. Genau – beim Rotlichtmilleu. Parken kann man fein gegenüber bei der Sparkasse. Früher war das Kino einfach ein Nebenraum der Bar, in dem ein paar Stühle standen und ein einsamer Zeiss Projektor seinen Dienst verrichtet. Die Atmosphäre war überhaupt nicht wie in einem Kino, sondern anders. Im Kino wurde Bier getrunken, geraucht und, wenn es denn mal sein musste, auch der Film kommentiert. Weil der ostdeutsche Projektor nur kurze Spulen tragen konnte, war im Film eine Pause. Zum Bierholen. Versteht sich.

Das ergab eine ganz andere Stimmung, mehr Wohnzimmer, weniger Kino. Und das hatte was für sich. Aber das neue Kino ist auch toll. Der Besitzer hat sich einen eigenen Kinosaal mit superbequemen Sitzen gebaut. Das ganze ist klein, aber gemütlich. Rauchen ist verboten, trinken darf man noch. Das macht natürlich mehr Kino, allerdings auch weniger Kneipe. Die Filme sind ausgezeichnet programmiert, leider aber meistens auf Deutsch. Trotzdem ein super Kino.

Gründe warum das Sura trotzdem euer Lieblingskino bleibt: Kein Zigarettenrauch, besseres Bild, besserer Ton und Filme in der Originalfassung.

Cinematheque, Luxemburg

Die Cinémathèque befindet sich am Theaterplatz in Luxemburg. Das besondere an der Cinémathèque ist ihr Bestand an Filmen. Ungefähr 13’000 Filme besitzt sie, und ist damit eines der bedeutendsten Filmarchive der Welt.

Für spottbilligen Eintritt bekommt man hier kein aktuelles Kino, aber die ganz großen Klassiker zu sehen. Das Programm lohnt sich, besonders um günstig und gut euer Repertoire an gesehenen Filmen aufzufrischen. In dem Kino könnt ihr übrigens (oder auch nicht) den sogenannten Changeover beobachten. Das ist eine Projektionstechnik, bei der der Film von 2 Projektoren gezeigt wird, und in der Mitte des Filmes der Projektor gewechselt wird, ohne dass das Publikum was mitbekommt. Wir erinnern uns an Fight Club.

Gründe warum das Sura trotzdem euer Lieblingskino bleibt: Aktuelle Filme, besseres Bild, besserer Ton.

Open Air Kino, Echternach

Naja, muss man noch mehr sagen? Kino im Freien. www.cinesura.lu/openair/

Die ZEIT zur Zukunft des Kinos

26 Apr

Ich habe gerade beim Lesen einen interessanten Artikel in der Wochenzeitung “Die Zeit” gefunden. Hier ein paar Auszüge:

Und das trotz der seit Jahrzehnten kursierenden Grabesreden. Es ist nicht unbedingt neu, aber jetzt ist es zumindest richtig: Das Kino wird sterben. Ginge man danach, wäre der Patient schon viele qualvolle Tode gestorben. Mit jeder Einführung eines neuen Mediums, erlebten die kulturpessimistischen Visionen einen neuen Aufschwung. Doch diesmal ist es anders: der Puls ist schwach, die Sitzreihen leer. Ist es nun soweit?

Weiter heißt es

Die Mediengeschichte zeigt: kein Massenmedium hat es jemals geschafft ein anderes Massenmedium ganzheitlich zu verdrängen. Das Buch erfreut sich trotz Rundfunk noch heute seitengefüllt höchster Beliebtheit. Das Radio hat trotz Fernsehen weder Sprache noch Töne verloren.

Dann macht der Artikel eine interessante Abwägung über verschiedene positive und negative Seiten. Die Zeit meint dass das Kino vom Miteinander gerettet wird, Kino sein ein Gruppenerlebnis. Wie machen wir also Kino stärker? Können wir es schaffen, einen festen Kern von Kinogängern zu bilden, und wie können wir als Kino das katalysieren.

Ein interessantes Konzept ist Moviac aus Deutschland: Gäste können sich auf einer Seite registrieren und einen Film wünschen. Kommen genug Leute zusammen, wird der Film gespielt. Das schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits ist das toll, weil jeder die Filme bekommt, die er gerne hätte. Andererseits nimmt es das finanzielle Risiko, weil nur die Filme gespielt werden, die auch gewünscht wurden, und die Besucher durch die Seite ihre Tickets kaufen, der Umsatz also garantiert ist. Außerdem generiert es genau das, was zuhause  nicht so einfach ist: Eine Gruppe.

Kino ist schon öfters gestorben, und öfters wieder auferstanden. Und so ist das auch mit dem Sura, wir haben oft neu eröffnet, und oft neu geschlossen. Die letzte Kinokrise vor gut 10 Jahren haben wir überstanden. Wir freuen uns auf die nächste, und hoffen mit tollen Ideen dagegen steuern zu können.