Die Sache mit dem digitalen HD
19 Feb
Hier ist was für die nächste Abendessen-Konversation mit euren Freunden: Zeigen Kinos die Filme in HD, wenn sie digital sind?
Die Antwort ist erst mal: Nein!
Heißt das also, dass alle Kinos in Luxemburg, inklusive der Newsletter vom Sura und so weiter euch einen Bären aufbinden?
Auch hier heißt die Antwort: Nein!
Moment mal – also die Kinos zeigen die Filme nicht in HD, aber sie lügen auch nicht wenn sie sagen, dass sie die Filme in HD zeigen? Das widerspricht sich. Und darum hier die Sache mit dem HD:
Die verschiedenen Fernsehauflösungen
Als Filme auf Film gefilmt wurden, war die Welt ganz einfach: wir haben eine lichtempfindliche Chemikalie auf einen Streifen Plastik geschmiert und haben das in eine Kamera eingespannt, gefilmt, entwickelt und fertig war der Film. Die Qualität des Bildes hing von nicht viel ab. Man hatte die Wahl zwischen verschiedenen Filmen, für’s Kino 16mm, 35mm, 70mm, dann waren da noch Filmempfindlichkeit und die einzelnen Marken. Das ging mit digital aber anders: Weil Informationen über ein Bild in Pixeln gespeichert wurden (das sind kleine Quadrate), müssen wir uns überlegen, wie viele Pixel wir für ein tolles Bild brauchen. Und wie viel unser Computer eigentlich aushält.
Bei Bildschirmen ist es heute weit verbreitet dass der Schirm in der Horizontalen 1280 Pixel darstellen kann und in der Vertikalen 1024 Pixel. Das war nicht immer so, früher waren es 800*600, dann 1024*768 und so weiter. Bei Fernsehern war es lange so, dass in der Horizontalen 576 Pixel dargestellt wurden. Und dann kam HD. HD unterscheidet zwei Auflösungen: 720 und 1080, manchmal auch noch HD Ready und Full HD genannt. 720 und 1080 stehen dabei für die maximal möglichen vertikalen Pixel, daraus kommen wir dann auf die Auflösungen 1280*720 Pixel für HDready, und 1920*1080 Pixel für Full HD. Welche bekommt ihr im Kino? Keine von beiden! Darum auch kein HD.
In Wirklichkeit bekommt ihr was besseres: 2K.

Ein 2K Projektor
2K steht für 2kilo, oder 2000, und gibt euch eine generelle Idee von der Breite des Bildes. Die Breite des Bildes hängt vom Bildformat ab (1.35:1, 2.35:1 und so weiter), meistens bekommt man damit aber eine Bildbreite von 2048 Pixeln – 128 Pixel mehr als bei HD. Meistens jedenfalls. 2K Projektoren sind der Standard für digitale Filme, auch wenn vielleicht irgendwann 4k sich durchsetzen wird. Darum werden alle “richtigen” digitalen Kinofilme in 2k gespielt, und nicht in HD. Sollte mal ein Film von Blu-Ray gespielt werden, wäre das natürlich HD.
Warum also nicht das Kind beim Namen nennen und Werbung machen mit 2K? Ganz einfach: Seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat die Fernsehindustrie einen riesigen Werbezirkus betrieben um Leute dazu zu bewegen, auf HD-Fernseher umzusteigen. Darum weiß mittlerweile jeder, dass HD ganz super tolle Bilder bringt. Als Kinomenschen hängen wir uns da einfach dran: Es ist einfacher und billiger zu sagen, wir zeigen die Filme in HD, wenn wir sie in Wirklichkeit sogar noch in einer bessereren Auflösung zeigen. Weil niemand weiß, was 2K ist – HD kennt jeder.










Bildwerferraum: Euer Film wird auch im rechten Millieu heiß erwartet. Wie findet ihr das?


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