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Film der Woche: House of Boys

3 Jul

In Anwesenheit des Regisseurs!

Luxemburg, 80er Jahre. Nach seinem Coming-out, beschließt Frank aus dem spießigen Kleinstadtleben nach Amsterdam zu fliehen. Dort landet er schließlich in einem Männer-Stripclub, wo er den bisexuellen Jake kennenlernt und sich prompt in ihn verliebt. Die Geschichte nimmt jedoch eine tragische Wende, als Jake an AIDS erkrankt. Es beginnt ein langer Kampf gegen die Krankheit und ihre schrecklichen Umstände.

Dass HIV heutzutage noch immer ein eher vernachlässigtes (Tabu-)Thema ist, zeigen die vielen verlegenen Apotheker wenn man versucht Kondome zu kaufen, die unsichtbaren Informationsplakate an der Wand, die unvorhandenen Fernsehspots und die ständig steigende Anzahl der Infizierten in Luxemburg und im Rest der Welt.

Jean-Claude Schlimm hat über das Thema HIV/AIDS in den 80er Jahren den Film ‚House of Boys‘ gedreht. Eine tragische Liebesgeschichte, aber auch ein Aufklärungsfilm und ein Stück Persönliche-Erlebnisse-Verarbeitungsfilm, ohne dass man dies aber zu sehr unter die Nase gerieben bekommt. Denn wie die Ästhetik des Films verrät, hat Schlim seine Geschichte auch als eine Art Märchen realisiert in dem Menschen, Farben, Bildkompositionen irgendwie schöner sind als in der Realität. Dass es ihm gelungen ist, all dies auf so spannende Art und Weise miteinander zu vereinen und dass er dann auch noch so super Schauspieler gefunden hat, das ist schon einen dicken fetten Berlinale-Hug Wert. *hug*.

Wir freuen uns ganz besonders ihn am Mittwoch bei uns begrüßen zu dürfen. Wir spielen ‚House of Boys‘ und Jean-Claude Schlim wird da sein, um dem interessierten Sura-Publikum alle Fragen zu zur tollen Deko, angewandte Technik, spanendes Drehbuch und super Schauspieler zu beantworten.

Der Film läuft bei uns:
Am Mittwoch, dem 07. Juli 2010 um 20:00

AHHH! B.A. Baracus hat seinen Irokesen gestutzt:
Am Freitag, dem 02. Juli 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 03. Juli 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 04. Juli 2010 um 20:00
Am Montag, dem 05. Juli 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 06. Juli 2010 um 20:00

Film der Woche: Bounty Hunter (und wie man bei einem Filmfestival mitmachen kann)

10 Jun

Der Film der Woche ist Bounty Hunter. Wir haben zwar auch noch Nanny McPhee, aber ich hab beide nicht gesehn. Darum erzähl ich euch nicht viel darüber, sondern über was anderes:

Macht mal was anderes und helft freiwillig bei einem Filmfestival. Das hat gleich ein paar Vorteile. Erstens bekommt man meistens ein tolles T-Shirt. Dann kann man was auf seinen Lebenslauf schreiben. Dann lernt man tolle Leute kennen. Und schlussendlich sieht man Filme.

Wie macht man das? Zuerst müsst ihr ein Filmfestival finden. In Luxemburg ist das natürlich das Sura Open Air Kino. In England gibt es zum Beispiel das Doc/Fest in Sheffield, in Schottland das Edinburgh International Film Festival, in Toronto das Toronto International Film Festival und so weiter.

Dort müsst ihr dann auf der Internetseite nach Plätzen für Freiwillige suchen. Oft muss man ein Formular ausfüllen und mit ein bisschen Glück ist man drin. Auf welchen Festivals arbeitet ihr so?

PS – Auf Beutejagdt gehen wir auch noch. Bounty Hunter läuft:

Am Freitag, dem 11. Juni 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 13. Juni 2010 um 20:00
Am Montag, dem 14. Juni 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 15. Juni 2010 um 20:00

Die Nanny ist da:

Am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 16:00
Am Sonntag
, dem 13. Juni 2010 um 16:00

Film der Woche: Alice in Wonderland (2010)

27 Mai

Machen wir es kurz:

Tim Burton macht mal wieder mit seinen Lieblingsschauspielern rum. Da ist Johnny Depp, der mit der Verkörperung des verrückten Hutmachers sein Image pflegt, Alan Rickman, der die blaue  Raupe spricht und die unvergleichliche Helena Bonham Carter, hier als Rote Königin, so wunderbar durchgeknallt, dass man beim Zuschauen einen kinematographischen Orgasmus bekommt. Ihr Gegenpart – die Weiße Königin, welche zwanghaft pazifistisch, ständig stoned unter blühenden Kirsch- bäumen umherschwebt ist auch nicht von schlechten Eltern.

Der Film begeistert junges Publikum, weil es viele bunte Fabelwesen, ein bisschen Magie und ein paar knuffige Tiere zu sehen gibt, er spricht mode- bewusste Zuschauer an, weil sehr sehr viele wirklich tolle Kleider- und Hutkreationen drin vorkommen und er bewegt Actionfans wenn Alice am Ende den bösen bösen Jabberwocky mit einem eleganten Schwerthieb killt. (Alice und Perseus – das wär die perfekte Mischung!)

Nur die Story ist ein bisschen vorausschaubar (weswegen ich gerade eben ohne Spoilerwarnung und schlechtes Gewissen das Ende verraten habe).

Aber mal ehrlich, wen interessiert das?!

Der Film läuft bei uns:
Am Samstag, dem 29. Mai 2010 um 16:00
Am Sonntag, dem 30. Mai 2010 um 16:00

The Ghostwriter läuft bei uns:
Vom Freitag, dem 28. Mai bis 2010
bis Dienstag, dem 01. Juni 2010 jeweils um 20:00

NIEDER MIT DER MIESEN BREITRÜBE!

Film der Woche: Iron Man 2

20 Mai

Jon Favreau, dieses unermüdliche Multitalent. Angefangen als Schauspieler, dann Regisseur, Produzent und sogar Ukulele kann er spielen. Sein neuester Film ist Iron Man 2, und er spielt sogar drin mit.

Nachdem nun die ganze Welt weiß, das Tony Stark Iron Man ist, möchte natürlich die ganze Welt, vor allem Millitärs, an seiner Erfindung teilhaben. Das dass nicht so reibungslos klappt, kann man sich denken, und so geht es in Iron Man 2 darum, sich gegen alle möglichen Parteien zu wehren.

Weil ich euch nicht zu viel vom Film erzählen will, erzähl ich euch lieber nutzlose Randinformationen:

  • Al Pacino wurde für eine Nebenrolle angedacht
  • Der Drehbuchautor ist Justin Theroux, Cousin meines Lieblingsdokumentarfilmers Louis Theroux
  • Scarlett Johannson wollte die Rolle im Film so sehr, dass sie ihre Haare rot färbte, bevor sie überhaupt die Rolle bekam
  • Weil der Regisseur Angst hatte, dass bei IMAX-Bildqualität die Effekte nicht gut wirken würden, wurde “nur” auf 35mm-Film gedreht
  • Scarlett Johannsson ersetzt Emily Blunt. Im Gespräch waren aber auch Jessica Biel, Gemma Arterton, Natalie Portman, Jessica Alba und Angelina Jolie
  • Zwei Rolls Royce Phantom wurden für den Film gebaut, nur um darin zerstört zu werden.

So, und jetzt los. Ab in’s Kino.

Eiserne Männer gibt es:

Am Freitag, dem 21. Mai 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 22. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 23. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 24. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 25. Mai 2010 um 20:00

Und Clipstar Einsendeschluss ist morgen!

Film der Woche: The Men Who Stare at Goats

13 Mai

Bob Wilton (Ewan McGregor), genervt über seine langweilige journalistische Arbeit beim lokalen Käseblatt und frustriert wegen der Trennung von seiner Frau, bricht Hals über Kopf in den Irak auf um seine Exfrau zu beeindrucken und seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Aber bevor er das Kriegsgebiet erreichen kann, begegnet ihm Lyn Cassady (George Clooney).

Dieser erzählt ihm von seiner Spezialeinheit, eine Gruppe von Hippie-Kriegern, die ihre parapsychologischen Fähigkeiten trainieren um damit den Krieg zu beenden. Bob, zunächst sehr misstrauisch, entscheidet sich, Cassady auf einem geheimen Auftrag zu begleiten, weil er eine Gelegenheit wittert eine spektakuläre Enthüllungsstory zu schreiben. Was folgt ist eine sehr seltsame Odyssee durch die irakische Wüste.

Der Film hat seine skurrilen Momente. Wenn man in Rückblenden von den unkonventionellen Trainingsmethoden des Einheitsleiters, Bill Django (Jeff Bridges – I love you!!!) erfährt, welcher gerne mal Blumen an die jungen Rekruten verteilt und die “Novizen” in Trance durch die Kaserne tanzen lässt, oder wenn Cassady versucht seine tollen paranormalen Fähigkeiten vorzuführen und nachher doch irgendwie alles schief geht.

Trotzdem bleibt am Ende die Frage: “Was ist das eigentlich für ein Film und was will er uns sagen? Was hiervon ist eigentlich ernsthafte Kritik am kriegstreibenden Amerika und was ist nur sinnloser Slapstick? Hier handelt es sich weder um einen klassischen Anti-Kriegsfilm, noch um eine richtige Komödie und schon gar nicht um einen Enthüllungsthriller. Deswegen habe ich mich entschieden den Streifen als Ode an die Sinnlosigkeit zu deklarieren. Das ist heutzutage modern, lässt die intellektuelle Leserschaft hinhören und gibt viel Raum für Interpretation.

Zum Beispiel: Wenn Wilton und Cassady in einer greenhornartigen Aktion versuchen einem entführten Einheimischen das Leben zu retten und sich danach alle gegenseitig für ihre rücksichtslosen und gewalttätigen Landsmänner entschuldigen, gilt der Krieg als eine lose Verkettung von Zwischenfällen in dem es kein reines Gut und Böse gibt und niemand verstanden hat, worum es eigentlich geht.

Man kann den Film auch als eine Parodie auf Antikriegsfilme sehen. Als ein Statement dafür, dass niemand, der sich mit dem Thema Irakkrieg, in welcher Form auch immer, intensiv beschäftigt, wirklich begriffen hat wie sinnlos der Krieg, das Leben eigentlich sind.

Ja! Wir alle sind nur kleine Staubkörner, die ziellos und durchs Universum treiben. Niemand weiss wo wir herkamen und wo wir hingehen.

Und wenn man sich den Film mit diesem Gedanken im Hinterkopf  anschaut – dann macht alles plötzlich einen Sinn. vielleicht…

Ziegenstarren ist angesagt:
Am Freitag, dem 14. Mai 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 15. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 16. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 17. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 18. Mai 2010 um 20:00

Drachen werden gezämt:
Am Samstag, dem 15. Mai 2010 um 16:00
Am Sonntag, dem 16. Mai 2010 um 16:00

Film der Woche: Kampf der Titanen

28 Apr

Zeus hat es schon wieder getan. Er hat mit einer Frau geschlafen. Nicht, dass das was Neues wär. Diesmal hat er sich die Königin ausgesucht, um sich am König zu rächen. Man könnte ihm an dieser Stelle Einfallslosigkeit vorwerfen, aber die altbewährten Methoden sind noch immer die besten…

Es folgt eine besonders tragische Geschichte: Ehemann sauer, Frau und Kind die Klippe runter geworfen, Kind überlebt und wird adoptiert…

Perseus heißt der robuste Knabe und führt ein glückliches Leben mit seinen Adoptiveltern und seiner kleinen Schwester auf einem Fischerboot. Bis – ja bis, das große Unglück geschieht und Perseus auf ganz unsubtile Art und Weise von seiner Herkunft erfährt.

http://www.youtube.com/watch?v=q6CJenNMsb4

War er bis jetzt noch sehr intensiv am Trauern, gerät er nun sogleich in eine solch heftige Identitätskrise, dass ihm wegen mangelnder Kommunikationsfähigkeit nichts besseres einfällt als herumzuziehen und jede Menge Monster und Fabelwesen zu killen und das nicht ohne dabei das Leben seiner Begleiter aufs Spiel zu setzen, weil er aus reiner Sturheit einfach nicht dieses tolle Zauberschwert benutzen will, das ihm sein besorgter Vater vom Olymp heruntergeschickt hat.

„Clash of the Titans“ ist wahrscheinlich vor allem für Actionfans. Alle überflüssigen Dialoge und Gefühlsduseleien werden ausgelassen, die Actionszenen sind reichlich und die benutzte Animationstechnik lässt Render-Herzen höher schlagen. Trotzdem kommen die zarteren Individuen bei diesem Film nicht zu kurz. Das allerdings nur aus einem Grund. Sam Worthington, grrrr! Man hofft, dass diese Muskeln echt und nicht gerendert sind. Wie er so, mit ständig schmutzbeschmiertem Körper und seinen beiden Leitsätzen: „Ich bin ein Mensch und kein Gott“ und „Mein Vater war ein Fischer und ein großer Mann“ durch die altgriechische Landschaft schreitet und elegant sein Kurzschwert durch die Gegend schwingt – da wird einem gleich ganz anders.  Ob das die anspruchsvollen KinogängerInnen aber über den Rest hinwegtrösten kann, wage ich zu bezweifeln, denn eine nachvollziehbare Story, genauso wie Titanen, sucht man in diesem Film vergebens.

Für Kinogänger, die auf Diskussionen und aufs Nachdenken stehen, ist das freilich nichts. Für die haben wir diese Woche einen luxemburgischen Film – Emil – im Programm. Am Sonntag sind sogar Regisseur (Marc Thoma) und Produzenten  (Pol Tousch und Xavier Thillen) anwesend und stehen nach der Vorstellung für Fragen zur Verfügung.

Braucht keiner zu sagen, wir vom Ciné Sura hätten unseren Zuschauern nichts zu bieten.

Perseus kämpft bei uns:
Am Freitag, dem 30. April 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 01. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 02. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 03. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 04. Mai 2010 um 20:00

Emil läuft bei uns:
Am Sonntag, dem 02. Mai 2010 um 17:45
Am Mittwoch, dem 05. Mai 2010 um 20:00

Film der Woche: Trouble No More

22 Apr

Ich war mal auf einem Konzert des finnischen Tangomusikers Mauro Antero Numminen. Dieser Numminen ist ein komischer Kerl. Er wendet sich entweder dem finnischen Tango zu, einer ganz eigenen Spielart dieses sonst so feurigem Tanzes und Musik, oder er setzt die Ludwig Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus musikalisch um. Das klingt dann etwas eigenartig.

In der Philharmonie vor mir saß Andy Bausch mit seinem Markenzeichen, der Kappe auf dem Kopf. Und als er in der Hälfte des Konzertes aufstand und ging, war ich plötzlich ganz stolz, dass ich stärkere Nerven als Andy Bausch hatte.

Und trotz aller Häme die es zum Start von Trouble No More gab, der im allgemeinen dann eher als Hommage an Thierry anstatt als Film verstanden wird, gibt es gute Gründe, sich den Film anzusehen:

  • Andy Bausch-Filme waren immer lustig
  • Der Soundtrack ist von Serge Tonnar
  • Laurent Prim hat mitgeholfen – und beim Clipstar gewonnen
  • Paul Kohn hat mitgeholfen – und beim Clipstar gewonnen
  • Oli Koos hat mitgeholfen – und beim Clipstar gewonnen
  • Carlo Thiel ist der Kameramann – und der hat wirklich was drauf
  • Paul Thiltges ist der Produzent – das ist nicht verwunderlich, aber toll
  • Der Film wurde in Luxemburg gedreht – lieben wir nich alle Filme wo wir den Drehort kennen?
  • Nilton Martins und Luc Lamesch spielen mit – und beide sind auch im neuen Feierblumm-Film “Heemwei”
  • Ed-Knasti, Jupp Knasti, Fredo Knasti und Pit Knasti. Sind das nicht tolle Namen?
  • Sprüche für den nächsten Kneipenbesuch gibt es kostenlos dazu

Trouble No More läuft Sonntag, Montag und Dienstag um 20 Uhr.
Für diejenigen, die Bausch nicht so mögen haben wir Die Zauberhafte Nanny Freitags und Samstags um 20 Uhr und Samstags und Sonntags um 16 Uhr im Programm. Ganz besonders diese Woche: Mères et filles in der Amitiés Françaises.

Film der Woche: Babettes Fest

15 Apr

Geistige Nahrung vs. kulinarische Genüsse

Die Bewohner eines kleinen Dorfes in Jütland führen ein bescheidenes Leben. Sie bilden eine streng gläubige Gemeinschaft an deren Kopf ein Pastor und seine beiden wunderschönen Töchter stehen. Nichts kann diese Gemeinschaft erschüttern. Nicht ein Mal der ambitionierte Offizier Lorens Löwenhjelm oder der passionierte französische Opernsänger Achille Papin, welche sich in jeweils eine der Töchter verlieben, aber bald enttäuscht abziehen müssen.

Viele Jahre später – der Pastor ist gestorben – klopft die aus Frankreich geflohene Babette bei den allein lebenden Schwestern an der Tür. Mit einem Empfehlungsschreiben des Opernsängers im Gepäck, wird sie von den Schwestern aufgenommen und steht von nun an in ihren Diensten.

Mit der kargen Landschaft, dem ständig grauen Himmel und der sehr bescheiden lebenden Gemeinschaft, die 90% ihrer Zeit mit Beten, Singen oder beidem gleichzeitig zu verbringen scheint, kommt hier alles etwas trostlos und traurig daher. Dem gegenüber stehen zwei Männer von außerhalb, welche versuchen in diese feste Gemeinschaft einzudringen indem sie um des Pastors Töchter werben und ihnen die herrlichen aber auch vergänglichen Genüsse der großen weiten Welt versprechen. Die beiden Männer verstehen, dass hier höhere Mächte zugange sind und nichts zu machen ist. Nur Babette, die aus Frankreich geflüchtet ist und mit den knappem Satz: „Babette weiß wie man kocht“ vorgestellt wird, ist anders. Sie fügt sich schnell in ihre neue Aufgabe als Haushälterin der beiden alten Fräuleins ein, ohne dabei ihre Selbstsicherheit und ihren französischen Charme zu verlieren. Sie vermag manchmal ein kleines heimliches Lächeln bei den Mitmenschen hervorzuzaubern und beschwert sich nicht ein Mal als sie zum ersten Mal ein Gericht namens Brotsuppe/Bierbrot vorgesetzt bekommt. Man ahnt hier schon, dass sie andere Verhältnisse gewohnt war, schließlich ist die Dame aus Paris. Aber das Geheimnis ihrer Herkunft, wird erst ganz am Ende in einem bewegenden Festessen-Showdown aufgedeckt. Was aber nicht heißen soll, dass es hier sehr hektisch zugehen würde. Nein, alles im Film wird mit viel Ruhe erzählt. Die Erzählweise ist so karg wie die jütländische Landschaft. Aber genau diese Kombination im Hinblick auf das Ende der Erzählung ist es, die den Film so wertvoll macht.

Der Film wird auch getragen von der hervorragenden Leistung der Schauspieler, welche in knappen Sätzen sprechend und Gebetsverse zitierend ihre Rollen interpretieren und trotzdem in jeder Sekunde des Films darzustellen vermögen, was ihre Charaktere in Wirklichkeit denken und fühlen.

Hier vereinen sich die Koch- und Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Ein Muss für alle Film-Genießer.

Babettes Fest  läuft bei uns am Mittwoch, 21. April um 19:30 Uhr im Rahmen der Sonderreihe “Kino Kritesch Kucken”

Danach verwöhnt uns Sylvie Bisdorff mit Leckereien aus ihrer Küche
Der Erlös geht zu Gunsten des Télévie
Melden Sie sich bis zum 17.04.2010 an
aurelia.pattou@mecasbl.lu oder 26 72 00 35


Des Weiteren können wir Ihnen noch folgende Leckerbissen anbieten:
Valentines Day, Freitags bis Dienstags um 20 Uhr
Soirée Pierre Bertogne, Samstag 18 Uhr und Sonntag um 16 Uhr
The Private Lives of Pippa Lee,  Sonntag um 17:45 Uhr

Film der Woche: Bright Star

10 Apr

A thing of beauty is a joy for ever:
Its loveliness increases; it will never
Pass into nothingness; but still will keep
A bower quiet for us, and a sleep
Full of sweet dreams, and health, and quiet breathing.

Im Jahre 1818 zieht John Keats in Hampstead bei London in eine neue Wohnung.  John Keats, damals eher ungeachtet, gilt heute als einer der wichtigsten 6 englischen Romantiker. Er wohnt Wand an Wand mit Fanny Brawne, einem jungen, wortgewandten und frechem Mädchen mit Talent als Schneiderin. Fanny hält John anfangs für einen eingebildeten Schnösel, trotzdem entsteht im Laufe der Zeit eine Liebesbeziehung zwischen den beiden. Sehr zum Unwollen von Fannys Mutter, die nicht sehen will, dass Ihre Tochter sich auf einen Künstler einläßt.

Bright Star ist viel mehr als nur ein Kostümschinken. Bright Star ist eine subtile Umsetzung der Geschichte von zwei Menschen, die sich lieben, aber nicht können. Und das in einer langsamen Art, die manch einem vielleicht langweilig erscheint, aber sich in Wirklichkeit nur die nötige Zeit nimmt, um zu beobachten. Das macht aus Bright Star einen Film, der zwar leise ist, aber der es auf dieser niedrigen Lautstärke schafft, den Besucher komplett zu überwältigen und mitzunehmen. Jane Campions Film über John Keats ist für mich persönlich wahrscheinlich einer der besten Filme des letzten Jahrzehnts.

Bright Star läuft bei uns am Mittwoch, 14. April um 20 Uhr
Daneben haben wir:
From Paris with Love, Freitags bis Dienstags um 20 Uhr
Drachenzähmen leicht gemacht, Samstag und Sonntag um 16 Uhr
Eine Revue von Pierre Schneider Filmen, Samstag um 18 Uhr, Sonntag um 17:45 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=lTetIodauIM