Orangen in der Cinematheque

16 Jun

Die Orange ist in der Filmwelt ein weit verbreitetes Symbol, das baldiges Unheil ankündigt. Wieso das so ist, habe ich bis Redaktionsschluss nicht herausfinden können.
Wer aber zu diesem Thema mehr erfahren will, kann heute Abend in die Cinémathèque gehen, wo  Eyal Sivan seinen neuen Film, “Jaffa, la mécanique de l’orange” präsentiert.
Hier wird man erfahren was für Assoziationen die Orange bei Israelis und Palästinensern auslöst und am Ende des Films gibts eine Diskussionsrunde.
Also, nichts wie hin!

http://www.vdl.lu/Soir%C3%A9e+Cin%C3%A9_d%C3%A9bat+_Palestine_+Isra%C3%ABl+et+les+oranges+du+Jaffa_.html


Film der Woche: Bounty Hunter (und wie man bei einem Filmfestival mitmachen kann)

10 Jun

Der Film der Woche ist Bounty Hunter. Wir haben zwar auch noch Nanny McPhee, aber ich hab beide nicht gesehn. Darum erzähl ich euch nicht viel darüber, sondern über was anderes:

Macht mal was anderes und helft freiwillig bei einem Filmfestival. Das hat gleich ein paar Vorteile. Erstens bekommt man meistens ein tolles T-Shirt. Dann kann man was auf seinen Lebenslauf schreiben. Dann lernt man tolle Leute kennen. Und schlussendlich sieht man Filme.

Wie macht man das? Zuerst müsst ihr ein Filmfestival finden. In Luxemburg ist das natürlich das Sura Open Air Kino. In England gibt es zum Beispiel das Doc/Fest in Sheffield, in Schottland das Edinburgh International Film Festival, in Toronto das Toronto International Film Festival und so weiter.

Dort müsst ihr dann auf der Internetseite nach Plätzen für Freiwillige suchen. Oft muss man ein Formular ausfüllen und mit ein bisschen Glück ist man drin. Auf welchen Festivals arbeitet ihr so?

PS – Auf Beutejagdt gehen wir auch noch. Bounty Hunter läuft:

Am Freitag, dem 11. Juni 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 13. Juni 2010 um 20:00
Am Montag, dem 14. Juni 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 15. Juni 2010 um 20:00

Die Nanny ist da:

Am Samstag, dem 12. Juni 2010 um 16:00
Am Sonntag
, dem 13. Juni 2010 um 16:00

Film der Woche: Shutter Island

3 Jun

Weit abgeschieden vom Rest der Welt, vor der Küste Massachusetts, liegt Shutter Island, wo Dr. John Cawley (Ben Kingsley) in seiner Klinik geisteskranke Schwerverbrecher behandelt. Als eine der Patientinnen, eine Mörderin entflieht, wir der US Marshal Teddy Daniels (Leonardo Di Caprio) gebeten bei der Aufklärung behilflich zu sein. Während den Ermittlungen häufen sich jedoch die Ungereimtheiten, die Daniels nicht nur misstrauisch, sondern auch zunehmend paranoider werden lassen.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich mir in den letzten Monaten zu viele mittelmäßige Filme angeschaut habe, aber mir schein, dass Shutter Island definitiv einer der besten und spannendsten Produktionen der letzten fünf Jahre ist. Ich habe schon lange keinen Streifen mehr gesehen, der so spannend, meisterhaft inszeniert und super gespielt war.  Man stellt sich als Zuschauer immer wieder die Frage, worauf der Film hinauslaufen wird und egal wie viele potentielle Enden man sich ausdenkt, zum Schluss wird man doch überrascht und nur der allerletzte gesprochene Satz (!!!) vom Marshal, lüftet dann endgültig das Geheimnis. Dies bedeutet dann wiederum, dass man sich den Film unbedingt noch ein zweites und ein drittes Mal anschauen muss.

Man könnte an dieser Stelle noch lange herumschwafeln, ob es Scorseses zweit- oder drittbeste Arbeit war, ob die hundertste Nebenrolle gut besetzt war und ob die Krawatte von Teddy eine Metapher für die paranoide Stimmung der Gesellschaft der USA der fünfziger Jahre ist. Dies ist hier aber nicht relevant. Denn der Film ist gut, unterhält, gibt die eine oder andere Anregung zur philosophischen Diskussion und (man kann es einfach nicht oft genug sagen) ist so was von spannend und nicht vorausschaubar.

Also, liebe Freundinnen und Freunde des CineSura. Kommen Sie doch einfach vorbei und genießen Sie dieses kleine Meisterwerk! Außer der hässlichen Krawatte von Mr. Daniels gibt es wirklich nichts was da dagegen spricht.

Der Film läuft bei uns:
Am Freitag,    dem 04. Juni 2010 um 20:00
Am Samstag,  dem 05. Juni 2010 um 20:00
Am Sonntag,  dem 06. Juni 2010 um 20:00
Am Montag,   dem 07. Juni 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 08. Juni 2010 um 20:00

Film der Woche: Alice in Wonderland (2010)

27 Mai

Machen wir es kurz:

Tim Burton macht mal wieder mit seinen Lieblingsschauspielern rum. Da ist Johnny Depp, der mit der Verkörperung des verrückten Hutmachers sein Image pflegt, Alan Rickman, der die blaue  Raupe spricht und die unvergleichliche Helena Bonham Carter, hier als Rote Königin, so wunderbar durchgeknallt, dass man beim Zuschauen einen kinematographischen Orgasmus bekommt. Ihr Gegenpart – die Weiße Königin, welche zwanghaft pazifistisch, ständig stoned unter blühenden Kirsch- bäumen umherschwebt ist auch nicht von schlechten Eltern.

Der Film begeistert junges Publikum, weil es viele bunte Fabelwesen, ein bisschen Magie und ein paar knuffige Tiere zu sehen gibt, er spricht mode- bewusste Zuschauer an, weil sehr sehr viele wirklich tolle Kleider- und Hutkreationen drin vorkommen und er bewegt Actionfans wenn Alice am Ende den bösen bösen Jabberwocky mit einem eleganten Schwerthieb killt. (Alice und Perseus – das wär die perfekte Mischung!)

Nur die Story ist ein bisschen vorausschaubar (weswegen ich gerade eben ohne Spoilerwarnung und schlechtes Gewissen das Ende verraten habe).

Aber mal ehrlich, wen interessiert das?!

Der Film läuft bei uns:
Am Samstag, dem 29. Mai 2010 um 16:00
Am Sonntag, dem 30. Mai 2010 um 16:00

The Ghostwriter läuft bei uns:
Vom Freitag, dem 28. Mai bis 2010
bis Dienstag, dem 01. Juni 2010 jeweils um 20:00

NIEDER MIT DER MIESEN BREITRÜBE!

Film der Woche: Iron Man 2

20 Mai

Jon Favreau, dieses unermüdliche Multitalent. Angefangen als Schauspieler, dann Regisseur, Produzent und sogar Ukulele kann er spielen. Sein neuester Film ist Iron Man 2, und er spielt sogar drin mit.

Nachdem nun die ganze Welt weiß, das Tony Stark Iron Man ist, möchte natürlich die ganze Welt, vor allem Millitärs, an seiner Erfindung teilhaben. Das dass nicht so reibungslos klappt, kann man sich denken, und so geht es in Iron Man 2 darum, sich gegen alle möglichen Parteien zu wehren.

Weil ich euch nicht zu viel vom Film erzählen will, erzähl ich euch lieber nutzlose Randinformationen:

  • Al Pacino wurde für eine Nebenrolle angedacht
  • Der Drehbuchautor ist Justin Theroux, Cousin meines Lieblingsdokumentarfilmers Louis Theroux
  • Scarlett Johannson wollte die Rolle im Film so sehr, dass sie ihre Haare rot färbte, bevor sie überhaupt die Rolle bekam
  • Weil der Regisseur Angst hatte, dass bei IMAX-Bildqualität die Effekte nicht gut wirken würden, wurde “nur” auf 35mm-Film gedreht
  • Scarlett Johannsson ersetzt Emily Blunt. Im Gespräch waren aber auch Jessica Biel, Gemma Arterton, Natalie Portman, Jessica Alba und Angelina Jolie
  • Zwei Rolls Royce Phantom wurden für den Film gebaut, nur um darin zerstört zu werden.

So, und jetzt los. Ab in’s Kino.

Eiserne Männer gibt es:

Am Freitag, dem 21. Mai 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 22. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 23. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 24. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 25. Mai 2010 um 20:00

Und Clipstar Einsendeschluss ist morgen!

Film der Woche: The Men Who Stare at Goats

13 Mai

Bob Wilton (Ewan McGregor), genervt über seine langweilige journalistische Arbeit beim lokalen Käseblatt und frustriert wegen der Trennung von seiner Frau, bricht Hals über Kopf in den Irak auf um seine Exfrau zu beeindrucken und seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Aber bevor er das Kriegsgebiet erreichen kann, begegnet ihm Lyn Cassady (George Clooney).

Dieser erzählt ihm von seiner Spezialeinheit, eine Gruppe von Hippie-Kriegern, die ihre parapsychologischen Fähigkeiten trainieren um damit den Krieg zu beenden. Bob, zunächst sehr misstrauisch, entscheidet sich, Cassady auf einem geheimen Auftrag zu begleiten, weil er eine Gelegenheit wittert eine spektakuläre Enthüllungsstory zu schreiben. Was folgt ist eine sehr seltsame Odyssee durch die irakische Wüste.

Der Film hat seine skurrilen Momente. Wenn man in Rückblenden von den unkonventionellen Trainingsmethoden des Einheitsleiters, Bill Django (Jeff Bridges – I love you!!!) erfährt, welcher gerne mal Blumen an die jungen Rekruten verteilt und die “Novizen” in Trance durch die Kaserne tanzen lässt, oder wenn Cassady versucht seine tollen paranormalen Fähigkeiten vorzuführen und nachher doch irgendwie alles schief geht.

Trotzdem bleibt am Ende die Frage: “Was ist das eigentlich für ein Film und was will er uns sagen? Was hiervon ist eigentlich ernsthafte Kritik am kriegstreibenden Amerika und was ist nur sinnloser Slapstick? Hier handelt es sich weder um einen klassischen Anti-Kriegsfilm, noch um eine richtige Komödie und schon gar nicht um einen Enthüllungsthriller. Deswegen habe ich mich entschieden den Streifen als Ode an die Sinnlosigkeit zu deklarieren. Das ist heutzutage modern, lässt die intellektuelle Leserschaft hinhören und gibt viel Raum für Interpretation.

Zum Beispiel: Wenn Wilton und Cassady in einer greenhornartigen Aktion versuchen einem entführten Einheimischen das Leben zu retten und sich danach alle gegenseitig für ihre rücksichtslosen und gewalttätigen Landsmänner entschuldigen, gilt der Krieg als eine lose Verkettung von Zwischenfällen in dem es kein reines Gut und Böse gibt und niemand verstanden hat, worum es eigentlich geht.

Man kann den Film auch als eine Parodie auf Antikriegsfilme sehen. Als ein Statement dafür, dass niemand, der sich mit dem Thema Irakkrieg, in welcher Form auch immer, intensiv beschäftigt, wirklich begriffen hat wie sinnlos der Krieg, das Leben eigentlich sind.

Ja! Wir alle sind nur kleine Staubkörner, die ziellos und durchs Universum treiben. Niemand weiss wo wir herkamen und wo wir hingehen.

Und wenn man sich den Film mit diesem Gedanken im Hinterkopf  anschaut – dann macht alles plötzlich einen Sinn. vielleicht…

Ziegenstarren ist angesagt:
Am Freitag, dem 14. Mai 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 15. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 16. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 17. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 18. Mai 2010 um 20:00

Drachen werden gezämt:
Am Samstag, dem 15. Mai 2010 um 16:00
Am Sonntag, dem 16. Mai 2010 um 16:00

Fremdgehen (I)

11 Mai

Fremdgehen ist kein Kavaliersakt. Trotzdem braucht man manchmal einen Tapetenwechsel, und dann findet man sich auf einmal anderswo wieder. In einem anderen Kino, versteht sich. Wenn man Freitags im Sura war, ist es verständlich genug, dass man Samstags nicht noch einmal geht, und darum möchten wir euch ein paar andere Kinos zeigen, bei denen wir euch verzeihen würden, euch ab und zu mal dort zu treffen. Denn auch wir sind nicht immer nur im Sura.

Ancien Cinema, Vianden

Okay, das alte Kino ist nicht wirklich ein Kino, sondern eher ein Café. Am Ort wo bis in den 70er Jahren das Café Besseling war, hat der polnische Inhaber zusammen mit seiner Frau sich einen kleinen Traum erfüllt. Irgendwo zwischen Kino, Konzertraum, Bar, Leseecke und Café findet man das alte Kino. Abends werden oft Filme gezeigt. Ein besonderer Fokus liegt hier auf alten Filmen und Stummfilmen, als Gast ist man aber auch herzlich dazu eingeladen, seine eigene DVD mitzubringen und zu zeigen. Die Möbel aus den 50ern und 60ern sorgen dabei für eine richtig wohlige Atmosphäre, und für die, die einen Film am liebsten stilecht kucken, gibt es hölzerne Kinositze, wie damals.

Davon abgesehen bietet das Ancien Cinéma eine schier endlose Getränkekarte mit außergewöhnlich guten heißen Schokoladen, seltenen Schnäpsen und allerhand zum entdecken. Und als ob das noch nicht genug wäre, gibt es auch noch jeden Tag frischen, hausgemachten Kuchen. Die riesige Büchersammlung zum Thema Film läßt dabei schnell die eine oder andere Stunde vergehen.

Gründe warum das Sura trotzdem euer Lieblingskino bleibt: richtige 35mm-Projektion und gemütliche Kinositze findet man hier leider nicht.

Lucky’s Luke, Trier

Früher mochte ich es noch lieber. Die Luke ist eine kleine Bar in der Luxemburger Straße in Trier. Genau – beim Rotlichtmilleu. Parken kann man fein gegenüber bei der Sparkasse. Früher war das Kino einfach ein Nebenraum der Bar, in dem ein paar Stühle standen und ein einsamer Zeiss Projektor seinen Dienst verrichtet. Die Atmosphäre war überhaupt nicht wie in einem Kino, sondern anders. Im Kino wurde Bier getrunken, geraucht und, wenn es denn mal sein musste, auch der Film kommentiert. Weil der ostdeutsche Projektor nur kurze Spulen tragen konnte, war im Film eine Pause. Zum Bierholen. Versteht sich.

Das ergab eine ganz andere Stimmung, mehr Wohnzimmer, weniger Kino. Und das hatte was für sich. Aber das neue Kino ist auch toll. Der Besitzer hat sich einen eigenen Kinosaal mit superbequemen Sitzen gebaut. Das ganze ist klein, aber gemütlich. Rauchen ist verboten, trinken darf man noch. Das macht natürlich mehr Kino, allerdings auch weniger Kneipe. Die Filme sind ausgezeichnet programmiert, leider aber meistens auf Deutsch. Trotzdem ein super Kino.

Gründe warum das Sura trotzdem euer Lieblingskino bleibt: Kein Zigarettenrauch, besseres Bild, besserer Ton und Filme in der Originalfassung.

Cinematheque, Luxemburg

Die Cinémathèque befindet sich am Theaterplatz in Luxemburg. Das besondere an der Cinémathèque ist ihr Bestand an Filmen. Ungefähr 13’000 Filme besitzt sie, und ist damit eines der bedeutendsten Filmarchive der Welt.

Für spottbilligen Eintritt bekommt man hier kein aktuelles Kino, aber die ganz großen Klassiker zu sehen. Das Programm lohnt sich, besonders um günstig und gut euer Repertoire an gesehenen Filmen aufzufrischen. In dem Kino könnt ihr übrigens (oder auch nicht) den sogenannten Changeover beobachten. Das ist eine Projektionstechnik, bei der der Film von 2 Projektoren gezeigt wird, und in der Mitte des Filmes der Projektor gewechselt wird, ohne dass das Publikum was mitbekommt. Wir erinnern uns an Fight Club.

Gründe warum das Sura trotzdem euer Lieblingskino bleibt: Aktuelle Filme, besseres Bild, besserer Ton.

Open Air Kino, Echternach

Naja, muss man noch mehr sagen? Kino im Freien. www.cinesura.lu/openair/

Filmmusik at its best

2 Mai

Am Sonntag bin ich  von einer kleinen Studienreise ins Ruhrgebiet wieder nach Hause gefahren. Und wie ich so im tiefen Abendlicht, den belgischen Ardennen entgegengefahren bin, kam zufälligerweise im Radio eine Sendung mit Filmmusik. Und da spielten sie das Stück „Claire de Lune“ von Debussy. Es ist schon in sehr vielen Filmen verwendet worden, neulich sogar in „Twilight“. Ich habe das Lied zum ersten Mal in der Srpingbrunnenszene am Ende von „Ocean’s eleven“ genießen können. Wahrlich eine zeitlos schöne Komposition!

Hier die vertäumteste Version, die ich gefunden habe. (Nein, das ist nicht kitschig!)

Film der Woche: Kampf der Titanen

28 Apr

Zeus hat es schon wieder getan. Er hat mit einer Frau geschlafen. Nicht, dass das was Neues wär. Diesmal hat er sich die Königin ausgesucht, um sich am König zu rächen. Man könnte ihm an dieser Stelle Einfallslosigkeit vorwerfen, aber die altbewährten Methoden sind noch immer die besten…

Es folgt eine besonders tragische Geschichte: Ehemann sauer, Frau und Kind die Klippe runter geworfen, Kind überlebt und wird adoptiert…

Perseus heißt der robuste Knabe und führt ein glückliches Leben mit seinen Adoptiveltern und seiner kleinen Schwester auf einem Fischerboot. Bis – ja bis, das große Unglück geschieht und Perseus auf ganz unsubtile Art und Weise von seiner Herkunft erfährt.

http://www.youtube.com/watch?v=q6CJenNMsb4

War er bis jetzt noch sehr intensiv am Trauern, gerät er nun sogleich in eine solch heftige Identitätskrise, dass ihm wegen mangelnder Kommunikationsfähigkeit nichts besseres einfällt als herumzuziehen und jede Menge Monster und Fabelwesen zu killen und das nicht ohne dabei das Leben seiner Begleiter aufs Spiel zu setzen, weil er aus reiner Sturheit einfach nicht dieses tolle Zauberschwert benutzen will, das ihm sein besorgter Vater vom Olymp heruntergeschickt hat.

„Clash of the Titans“ ist wahrscheinlich vor allem für Actionfans. Alle überflüssigen Dialoge und Gefühlsduseleien werden ausgelassen, die Actionszenen sind reichlich und die benutzte Animationstechnik lässt Render-Herzen höher schlagen. Trotzdem kommen die zarteren Individuen bei diesem Film nicht zu kurz. Das allerdings nur aus einem Grund. Sam Worthington, grrrr! Man hofft, dass diese Muskeln echt und nicht gerendert sind. Wie er so, mit ständig schmutzbeschmiertem Körper und seinen beiden Leitsätzen: „Ich bin ein Mensch und kein Gott“ und „Mein Vater war ein Fischer und ein großer Mann“ durch die altgriechische Landschaft schreitet und elegant sein Kurzschwert durch die Gegend schwingt – da wird einem gleich ganz anders.  Ob das die anspruchsvollen KinogängerInnen aber über den Rest hinwegtrösten kann, wage ich zu bezweifeln, denn eine nachvollziehbare Story, genauso wie Titanen, sucht man in diesem Film vergebens.

Für Kinogänger, die auf Diskussionen und aufs Nachdenken stehen, ist das freilich nichts. Für die haben wir diese Woche einen luxemburgischen Film – Emil – im Programm. Am Sonntag sind sogar Regisseur (Marc Thoma) und Produzenten  (Pol Tousch und Xavier Thillen) anwesend und stehen nach der Vorstellung für Fragen zur Verfügung.

Braucht keiner zu sagen, wir vom Ciné Sura hätten unseren Zuschauern nichts zu bieten.

Perseus kämpft bei uns:
Am Freitag, dem 30. April 2010 um 20:00
Am Samstag, dem 01. Mai 2010 um 20:00
Am Sonntag, dem 02. Mai 2010 um 20:00
Am Montag, dem 03. Mai 2010 um 20:00
Am Dienstag, dem 04. Mai 2010 um 20:00

Emil läuft bei uns:
Am Sonntag, dem 02. Mai 2010 um 17:45
Am Mittwoch, dem 05. Mai 2010 um 20:00

Die ZEIT zur Zukunft des Kinos

26 Apr

Ich habe gerade beim Lesen einen interessanten Artikel in der Wochenzeitung “Die Zeit” gefunden. Hier ein paar Auszüge:

Und das trotz der seit Jahrzehnten kursierenden Grabesreden. Es ist nicht unbedingt neu, aber jetzt ist es zumindest richtig: Das Kino wird sterben. Ginge man danach, wäre der Patient schon viele qualvolle Tode gestorben. Mit jeder Einführung eines neuen Mediums, erlebten die kulturpessimistischen Visionen einen neuen Aufschwung. Doch diesmal ist es anders: der Puls ist schwach, die Sitzreihen leer. Ist es nun soweit?

Weiter heißt es

Die Mediengeschichte zeigt: kein Massenmedium hat es jemals geschafft ein anderes Massenmedium ganzheitlich zu verdrängen. Das Buch erfreut sich trotz Rundfunk noch heute seitengefüllt höchster Beliebtheit. Das Radio hat trotz Fernsehen weder Sprache noch Töne verloren.

Dann macht der Artikel eine interessante Abwägung über verschiedene positive und negative Seiten. Die Zeit meint dass das Kino vom Miteinander gerettet wird, Kino sein ein Gruppenerlebnis. Wie machen wir also Kino stärker? Können wir es schaffen, einen festen Kern von Kinogängern zu bilden, und wie können wir als Kino das katalysieren.

Ein interessantes Konzept ist Moviac aus Deutschland: Gäste können sich auf einer Seite registrieren und einen Film wünschen. Kommen genug Leute zusammen, wird der Film gespielt. Das schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits ist das toll, weil jeder die Filme bekommt, die er gerne hätte. Andererseits nimmt es das finanzielle Risiko, weil nur die Filme gespielt werden, die auch gewünscht wurden, und die Besucher durch die Seite ihre Tickets kaufen, der Umsatz also garantiert ist. Außerdem generiert es genau das, was zuhause  nicht so einfach ist: Eine Gruppe.

Kino ist schon öfters gestorben, und öfters wieder auferstanden. Und so ist das auch mit dem Sura, wir haben oft neu eröffnet, und oft neu geschlossen. Die letzte Kinokrise vor gut 10 Jahren haben wir überstanden. Wir freuen uns auf die nächste, und hoffen mit tollen Ideen dagegen steuern zu können.